Review

Staffel 26

Doctor Who
Staffel 26
Alle guten Dinge enden einmal – so auch die Serie um die Abenteuer des guten Doktors. Zumindest vorerst. Aber die 26. Staffel ist definitiv die letzte der originalen Serie, und das kommt leider nicht zu früh. Seit der 21. Staffel hat die Serie sich nicht mehr richtig gefunden, aber vielleicht wird das ja in der letzten Staffel noch was.
Und es fängt richtig gut an. Battelfield ist wieder mal klassisches Who – eine gute Geschichte um Zeitreisen und alte Monster, Humor, ein gut aufgelegter Doctor – und der Brigadier kehrt ein allerletztes Mal in die Mutterserie zurück (in den Sarah Jane Adventures sehen wir ihn noch mal deutlich gealtert und mit doppeltem Umfang). Brig hat noch einmal Spaß und darf mit einem Helikopter abstürzen, während der Doktor Excalibur rettet und erfährt, dass er Merlin ist.
Ghost Light ist dann nicht der befürchtete Absturz, sondern eine gute gruselige Story, wie Who sie früher häufiger hatte. Es geht um Evolution und uralten Grusel, der sogar eine Verbindung zu Aces Vergangenheit hat, die hier ungewohnt zurückhaltend agiert. In der Folge taucht sogar ein Neanderthaler auf, was die Geschichte wieder ein wenig in Richtung der Lächerlichkeit rückt, die mir so auf die Nerven geht, und auch die Auflösung ist ein wenig abgedreht. Aber immerhin passt in dieser Folge das meiste zusammen und ergibt gute Unterhaltung.
Nach einer guten und einer ordentlichen Folge erwartet man in dieser Phase nichts Gutes. Und bekommt The Curse of Fenric – eine der besten Folgen der ganzen Serie. Im zweiten Weltkrieg angesiedelt gibt es Zeitreisen, Vampire, Kriegsgeschehen, Verbrüderung, jahrhundertelange Flüche mit einem starken emotionalen Kern in Ace, die sich mit ihren Ängsten auseinander setzen muss. Dazu ist der Doktor stark wie lange nicht, er hat einen kalten, berechnenden Zug, den man nicht kennt oder erwartet. Eine so gute Folge habe ich in dem Stadium nicht mehr erwartet. Die Anleihen an Dracula und Dagon und die guten alten Hammer-Filme tun ihr übriges, der Folge eine wahnwitzige Spannung zu verleihen. Ein echtes, spätes Highlight.
Dagegen fällt die letzte Folge der Serie (wow…) ein wenig ab. Ironischerweise heißt das Abenteuer, das den Tod der Serie bedeutet, ausgerechnet „Survival“. Eine Hamburgerfolge – guter Anfang mit der nach Hause zurückkehrenden Ace, gutes Ende mit dem Kampf gegen den Master und einem schönen Schlussmonolog des Doktors („Ace, we’ve got work to do!“), dazwischen viel Gehacktes. Kein Highlight der Serie, aber mit der etwas wirren Handlung um Katzenmenschen und Besessenheit durchaus ansehbar.
Und damit endet also eine große Science-Fiction-Serie vorerst (der Fernsehfilm wird noch folgen). Ein Wahnsinnstrip von den frühen 60ern bis in die späten 80er. Nicht alle Stopps waren toll, aber viele waren schlicht großartig. Ein paar Totalausfälle, viel Mittelmaß, viele gute und auch einige sehr gute Abenteuer mit den grantelnden Großvater, dem durchgeknallten Clown, dem arroganten Dandy, dem infantilen Zappelphilip, dem ruhigeren Tatmensch, dem papageienhaften Arroganzling und dem manipulativen Slapsticker. Eine tolle Serie!

Details
Ähnliche Filme