"Der Gefürchtete" ist ein unterdurchschnittlicher Vertreter des Italo-Western-Genre.
Auf den Pistolero Lee Galloway (William Berger) ist ein Kopfgeld von 10.000 Dollar ausgeschrieben. Doch jeder, der es versucht dieses einzuheimsen, landet im Grab. Lee wird von zwei Bandidos angeheuert drei Leute vor dem Galgen zu retten, die eine Armeekolonne überfallen und viel Gold erbeutet haben. Bevor Lee die Sträflinge befreit, einigen sie sich darauf, dass er 50% des Anteiles bekommt. Doch insgeheim planen sie schon, wie sie ihn loswerden können. Dummerweise entkommt Lee andauernd, sei es durch sein Geschick oder durch die Hilfe anderer.
Die Story hört sich ja eigentlich nicht schlecht an, doch an der Umsetzung hapert es doch sichtlich. Insgesamt zieht sich der Film zu sehr. Es werden Charaktere eingeführt aber nicht weitergeführt. Dann gibt es wiederum Szenen, wo man sich fragt, was will uns der Regisseur damit sagen oder bringen uns diese Szenen weiter? So zum Beispiel die Diskussion um die Spieluhren, die ins schier Endlose ausartet. Außerdem wimmelt es von Ungereimtheiten. So frag ich mich, woher wussten die Armeeleute, wo sich Lee aufhält?
Schauspielerisch spielen alle Schauspieler mittelmäßig bis schlecht. Einzig William Berger kann in seiner Rolle einigermaßen Überzeugen, kommt aber nicht an die großen Italo-Western Stars heran.
Auch die Musik kann nicht wirklich überzeugen. Zwar fügen sich einige Stücke gut ein, doch dadurch, dass sie andauernd wiederholt werden, hängen sie einem irgendwann auch zum Hals heraus.
Genauso wenig kann die Kamera überzeugen. Anscheinend war der Kollege Kameramann an diesem Tag sehr zitterig. Anders kann ich mir die verwackelten Bilder nicht vorstellen. Auch der Herr vom Schnitt hatte einen hektischen Tag, denn so wie mitunter die Bilder geschnitten sind, fragt man sich auch, was das bringen soll. Da wären geschickte Kameraschwenks die bessere Wahl gewesen.
"Der Gefürchtete" ist ein sehr unterdurchschnittlicher Genrevertreter, der besonders durch die schlechte Umsetzung der Story schnell zum Langeweiler wird. Auch die deutsche Synchro trägt nicht zu einer Besserung bei. Dafür sehen die weiblichen Darsteller sehr gut aus. Immerhin etwas.