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Nachdem Vampirgeschichten, Überlebenskämpfe und Endzeitstimmung innerhalb der verfilmten Jugendromane so ziemlich durch sind, musste eine neue Marschrichtung her.
Doch der Genremix von Scott Speer, der den Roman „Break My Heart One Thousand Times“ von Daniel Waters adaptierte, kann sich nie so recht für einen Schwerpunkt entscheiden.

Eine verheerende Explosion rund um Chicago krempelte das Leben vor zehn Jahren komplett um, denn einige Geister der Toten erscheinen in wiederkehrenden Momenten wie in einer Schleife. Doch dann tritt Geist Brian (Thomas Elms) in das Leben der Schülerin Roni (Bella Thorne). Gemeinsam mit ihrem Mitschüler Kirk (Richard Harmon) versucht sie zu ermitteln, was Brians Erscheinen mit einer Mordserie zu tun hat…

Obgleich die Hintergründe der auslösenden Tragödie lediglich angerissen werden (Explosion, Teilchenbeschleuniger), sind die Konsequenzen interessant. Herrschen zunächst noch Regeln vor, dass man mit den Erscheinungen nicht kommunizieren kann und selbige keine Emotionen empfinden, ändern sich diese im Verlauf maßgeblich. Spätestens als Brian im Bad erscheint, und ein „Run“ auf den Spiegel kritzelt oder später Details bei einer Tageszeitung bemerkt werden.

Bedauerlicherweise fallen die Charakterzeichnungen sehr oberflächlich aus, - man hat es mit den üblichen Außenseitern zu tun, die sich zusammenraufen und im Verlauf annähern, wobei einige Randfiguren so durchschaubar agieren, dass es bei etwaigen Twists kaum noch Überraschungsmomente gibt. Innerhalb einiger Recherchen spielt Speer indes seine Stärken aus, denn die insgesamt düstere Inszenierung punktet primär innerhalb der verbotenen Zone, wo zig Geister in einer Schleife existieren und die Folgen der Katastrophe spürbar werden.

Eher vorhersehbar gestaltet sich das letzte Drittel, denn speziell das Finale wandelt auf wohlbekannten Pfaden und schiebt sogar die obligatorische Pointe hinterher, welche sich Raum für eine eventuelle Fortsetzung lässt. Allerdings bremsen sich hier Motive des klassischen Thriller mit denen der Mystery-Anleihen spürbar aus, wodurch sich spannende Momente in Grenzen halten.

Darstellerisch wird okay performt, zumal die Mimen gegen das oberflächlich gestrickte Drehbuch ankämpfen müssen, wobei sich Dermot Mulroney als Lehrer noch am besten schlägt. Der Score ist zwar einigermaßen auf die Szenerien abgestimmt, doch phasenweise fällt er zu voluminös aus und schießt deutlich übers Ziel hinaus. Tricktechnisch ist nicht viel anzukreiden, die aufwendigsten Effekte bestehen aus entmaterialisierenden Erscheinungen, während Gewalteinlagen allenfalls angedeutet werden.

Somit fallen die rund 98 Minuten zwar einigermaßen unterhaltsam aus, doch anderweitig behaken sich einige Elemente der Erzählung und es mangelt über weite Teile an Drive.
Atmosphärische Momente innerhalb überzeugend gestalteter Sets werten das Geschehen zwar ein wenig auf, doch bei einer möglichen Fortsetzung wäre etwas mehr Action und Dynamik von Vorteil.
Knapp
6 von 10

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