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Spoilergefahr
In einer verschlafenen, südländischen Kleinstadt wird die Dorfjugend Stück für Stück ermordet. Die Polizei steht unter großem Druck, den Mörder zu finden. Die ganze Stadt ist in heller Aufregung. Mit einem Aussenseiter, der oft unter einigen Dorflümmeln zu leiden hatte, ist ein Täter gefunden. Nur mit Mühe kann er vor den wütenden Eltern beschützt werden. Aber auch nach der Verhaftung verschwinden weitere Kinder und können nur noch tot gefunden werden. Eine selbsternannte Hexe, vielen Dorfbewohnern sowieso schon suspekt, gesteht stolz den Tod der Kinder herbeigeführt zu haben, aus Rache für Spott und Grabschändung ihres eigenen Kindes. Für die Fahnder wenig glaubwürdig, doch für die Väter der toten Kinder Salz in der Wunde. Und so entlädt sich auf dem kleinen Friedhof, einem der Zuchfluchtsorte der Frau, nicht nur der Zorn der Väter, die unter Rockmusik mit Ketten und Keulen auf sie einprügeln, sondern auch die Verachtung der ganzen Stadtbevölkerungwird deutlich , die sie an einer Autobahnecke gleichgültig verbluten lassen. Doch das Ende des Mordens ist damit nicht erzwungen, denn ein anderer ist der Täter.
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Lucio Fulci, den man durch seine 13-jährige Schaffenszeit als Zombie und Horrofilmer fast nur damit in Verbindung bringt, aber doch in fast allen italienischen Erfolgsgenres mehr oder weniger erfolgreich tätig war, präsentiert hier einen überdurchschnittlichen Thriller und hat mit dem Kameraspezialisten D'Offici schon mal im handwerklichen Bereich einen großen Pluspunkt vorzuweisen. Denn eine derart gute, fast künstlerische Kameraführung habe ich bei einem Fulcifilm selten gesehen und die südländische Sommerlandschaft wird ebenso wie die Altstadtkulisse überzeugend und sorgfältig eingefangen. Thriller dieser Art, natürlich nicht immer besonders logisch, präsentieren eine lange Reihe von Verdächtigen und freiwillige wie nicht gewollte Ungereimtheiten, allerdings werden Fulcikenner kaum Mühe bekommen, den Hauptschuldigen zu erraten, denn die Kirchenfeindlichkeit und da haben wir den ersten Spoiler, gehörte bei diesem Regisseur genauso zum Hauptbestandteil wie seine Vorliebe für höchst brutale Szenen. Allerdings beweist Fulci hier Talent, dieses eigendlich vorhersehbare Ende mit gekonnter, kreativer Inszenierung deutlich aufzuwerten, die etwas unecht wirkenden Specialeffekte mal ausgeschlossen. Obwohl man letzteres eigendlich nur für das Finale sagen kann. Die anderen, und für 1972 ungeheuer drastisch gedrehten Gewaltszenen sind deutlich besser und liegen sogar über dem Durchschnitt von in den späten 80er Jahren gedrehten Horrofilmen.
Die männlichen Schauspieler, italienische Stammkräfte, in den Italowestern der 60er recht präsent sind fast eine Wohltat, gegen das unfähige Pack das in den späten 80er Jahren vor Fulcis Kamera herumsprang.
Auf den deutschen Ton zu verzichten fiel bei Fulcifilmen nie besonders schwer, jedenfalls bei Filmen die er jenseits des Jahres 1977 drehte. Was einem hier entgehen kann, besonders wesentlich ist es nie. Auch hier nicht, obwohl an der Geschichte etwas mehr dran ist, als an den in diesem Review schon mehrfach erwähnten späteren Produkten.
Um zum Schluss zu kommen: Duckling ist eine stilsicher fotografierte und handwerklich gute Angelegenheit, mit einer Story die nicht immer die Überraschungen und Momente bietet, die einen von den Stühlen reißt oder zu Höchstwertungen verleitet, absolut nicht. Doch Fulcifans können, mit der Absicht eine Lücke zu schließen, kaum einen Fehler machen, auch wenn man harte, fulcitypische Szenen einfordert. Hier bleibt er sich absolut treu.