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Dass Han Solo seinen Nachnamen von einem Bürokraten des Imperiums verpasst bekommt, spricht Bände für diesen Film: Was ein aufregend-spaßiges Weltraumabenteuer à la GUARDIANS OF THE GALAXY hätte werden können (und sollen), verkommt unter der Routineregie Ron Howards zur formelhaften Pflichtaufgabe.

Nachdem die Macher des anarchisch-hysterischen LEGO MOVIE, Phil Lord und Christopher Miller, aus SOLO eine Actionkomödie mit Mut zur Improvisation machen wollten, gerieten sie wohl mit Altautor Lawrence Kasdan (der immerhin mal EMPIRE und RAIDERS geschrieben hat – kaum zu glauben bei diesen schalen Dialogen) aneinander und wurden durch Howard ersetzt. Doch der ist kein visionärer Regisseur, der Filmen seinen eigenen Stempel aufdrückt, er ist ein braver Geschichtenabfilmer, der mit dem Stoff offensichtlich nichts anfangen konnte und so sieht SOLO auch aus: Selbst augenscheinlich spektakuläre Setpieces wie der halsbrecherische Zugüberfall lassen einen völlig kalt, potenziell ikonische Momente wie die erste Begegnung und der erste Flug mit dem Millenium Falcon werden glatt weginszeniert, hier springt kein Funke über und es ist keinerlei Magie im Spiel.

Die Darsteller können einem da etwas leid tun, vor allem Alden Ehrenreich, der sich hier alle Mühe für eine treffende Harrison Ford-Darstellung gibt, auch wenn er dabei mit seinem schelmischen Dauergrinsen oft eher zwischen Christian Slater und Dennis Quaid landet. Donald Glover gibt einen zuverlässig selbstverliebten Lando und Paul Bettany ist als Oberbösewicht sogar ernsthaft bedrohlich. Auch die Idee der rebellischen Droiden-Emanze L3 ist charmant, für einen guten Film reicht das jedoch alles nicht.

Dass Hans Charakter hier manchen Fans etwas zu „disneyfiziert“ rüberkam – geschenkt. Das kann man ja in den unvermeidlichen Sequels noch hinbiegen.

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