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iHaveCNit: Solo – A Star Wars Story (2018)

Seitdem Disney die Marke „Star Wars“ im Kuhstall hat, wird die Kuh gemolken, bis die Euter wund sind und alles filmisch verarbeitet, was es an Storys zu erzählen gibt. Der aktuellste Beitrag außerhalb der klassischen Episoden ist „Solo – A Star Wars Story“, die sich um den beliebten Piloten und Schmuggler Han Solo und seine Hintergründe dreht. Han Solo ist wohl neben Rick Deckard und Indiana Jones eine der prestigeträchtigsten Rollen, die ein Harrison Ford geprägt und gestaltet hat. Da es jedoch sehr gruselig werden kann, einen älteren Schauspieler zu casten und digital zu verjüngen, ist es nun Alden Ehrenreich, der in sehr große Fußstapfen treten muss. „Solo – A Star Wars Story“ ist während der Dreharbeiten durch umfangreiche Nachdrehs und einen Wechsel auf dem Regiestuhl von den „The Lego-Movie“-Regisseuren Phil Lord und Chris Miller hin zum erfahrenen Ron Howard ordentlich durchgeschüttelt worden. Ob das dem Film gut getan oder geschadet hat, werden wir nur erfahren können, wenn irgendwann eine Version von Lord und Miller auftaucht. Was kann ich jedoch sagen ? Dass ich den Film über weite Strecken als klassisches Star-Wars-Abenteuer sehr unterhaltsam fand.

Einer der wohl wichtigsten Handelsressourcen ist der sehr empfindlich reagierende Treibstoff Coaxium. Auf dem Planeten Correlia ist die Armut und Hoffnungslosigkeit jedoch so groß, dass Coaxium dort viel wert ist. Der junge Schmuggler Solo träumt davon, diesem Leben zu entfliehen und verliert bei einer Flucht den Kontakt zu seiner Freundin Qi`Ra. Sein Plan, Pilot werden und Qi`Ra retten. Doch 3 Jahre ohne an sein Ziel gekommen zu sein, trifft er auf einen uns gut bekannten Freund und auch auf eine kleine Schmugglertruppe unter der Führung von Tobias Beckett, die sich mit der Beschaffung von Coaxium über Wasser halten müssen. Kurz darauf befinden sich Beckett und Solo in einem wendungsreichen Spiel um Lug, Trug und den wertvollen Rohstoff Coaxium wieder, in dem Vertrauen auf vielen Ebenen auf dem Spiel steht.

„Solo“ braucht etwas an Fahrt, um seine Story in Gang zu bringen und bleibt nicht ganz so risikofreudig wie das riskante Unterfangen, das uns in in der Story erzählt wird. Auch wirkt das ganze sehr rund und bietet wenig erkennbaren Tiefgang. „Solo“ bietet ein leicht verdauliches Star-Wars-Abenteuer, dass uns aber trotz bekannter Entwicklungen – Solo trifft Chewbacca, Solo trifft Lando Calrissian, Solo und der Millenium Falcon, eine schön überraschende, spannende, action- und wendungsreiche Gaunerstory bietet, die mit ordentlichem Fan-Service angereichert ist. Jeder Charakter weiß, wo in dieser Geschichte sein Platz ist und wo er sich einzuordnen hat. Egal ob es Emilia Clarkes Qi´Ra, Paul Bettanys Dryden Vos und noch einige andere sind. Alden Ehrenreich tritt in große Fußstapfen und kann eigentlich nur verlieren, wenn man ihn an diesen Maßstäben beurteilen würde, aber damit tut man ihm etwas unrecht, weil er das ganz ordentlich hinbekommt. Woody Harrelson gibt in der Rolle des Tobias Beckett wieder mal eine klassische, sehr zwiespältige Rolle ab und vor allem der von Donald Glover gespielte Lando Calrissian ist ein Highlight des Films. Genau wie beeindruckende Action-Sequenzen wie die kurze Speeder-Verfolgungsjagd zu Beginn, der Überfall auf einen Zug oder auch eine Flucht im Millenium Falcon. Alles in Allem ein unterhaltsamer Beitrag für das Star-Wars-Cinematic-Universe, der für mich aktuell jedoch etwas hinter den Episoden 7, 8 und Rogue One einzuordnen ist.

„Solo – A Star Wars Story“ - My First Look – 8/10 Punkte.

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