Review

In Hinsicht auf das andere, durch die Bank überflüssige (und wohl ebenso von Produktions-Querelen gebeutelte) Spin-Off "Rogue One" und selbst im Vergleich zum unfassbar enttäuschenden Hauptfilm "Die letzten Jedi" aus dem Jahr zuvor schlägt sich "Solo: A Star Wars Story" als eher schmal angelegtes Heist-im-Weltall-Filmchen bzw. Gangster-Buddy-Comedy recht wacker und liefert zumindest ansatzweise die erzählerische Abwechslung, die man sich im "Krieg der Sterne"-Rahmen eigentlich öfter wünschen würde, kann simultan aber zu keiner Zeit verhehlen, dass er vermutlich der überflüssigste Film ist, der je gedreht wurde. Ich nehme mal an, dass kein Mensch auf der Welt wirklich darauf gewartet hat, dass die Backstory von Han Solo, die in "Episode IV" noch mit wenigen kurzen Dialog-Sätzen ausreichend dargebracht wurde, endlich in einem eigenen Film in abendfüllender Länge ausformuliert wird... zumal man nun auch wirklich NICHTS neues erfährt, was man sich nicht eh vorher schon hätte denken können. Das unsagbar enttäuschende Einspielegebnis am weltweiten Box-Office scheint mir in der Beziehung übrigens Recht zu geben, das nur mal nebenbei. Immerhin merkt man dem Streifen zumindest formal nicht an, dass das ursprünglich angeheuerte Regie-Duo Lord/Miller während der Produktion gefeuert und dafür mit Ron Howard ein verlässlicher Parade-Regisseur für ecken- und kantenlose Mainstream-Ware an den Set berufen wurde, um das Ding fertig zu drehen... wie hätte man von Produzenten-Seite aus auch vorhersehen können, dass zwei primär für ihre Comedies bekannten Filmemacher wohl 'nen lustigen Streifen drehen würden? Schwerer wiegen da das nichtige Skript, das sich allem Anschein nach wohl selbst nicht entscheiden kann, welche Geschichte es eigentlich erzählen möchte (vielleicht, weil es da wirklich keine Story gibt, die zu erzählen sich lohnt?), und mal eben so 'ne Dreiviertelstunde mit überflüssigem Vorgeplänkel und 'ner nervigen Stop-and-Go-Dramaturgie verschwendet, ehe sich überhaupt so etwas wie ein Haupthandlungs-Strang herausschält. Alden Ehrenreich ist als Harrison Ford-Ersatz untauglich, aber nicht so schlimm wie ursprünglich befürchtet, er hätte sicherlich locker einen Film alleine tragen können, wenn es denn nicht unbedingt ein Han Solo-Streifen hätte sein müssen und diese ikonische Rolle eben schon untrennbar mit einem anderen Schauspieler verknüpft gewesen wäre. Dafür, dass Disney wohl erheblich dran rumrepariert und mehrere hundert Millionen Dollar in den Streifen gepumpt hat, sieht er übrigens unsagbar beschissen aus, die ausgewaschene, farbdesaturierte und im selben Atemzug überstrahlte Fotografie liefert tatsächlich die bislang hässlichsten Bilder ALLER "Star Wars"-Streifen, und das schließt die sterilen, aber immerhin poppig-bunten Prequels mit ein. Mein Tipp: Die "Star Wars"-Connection ignorieren und einfach so tun, als wäre das Ganze ein Remake des 1983er-Sci-Fi-Trashs "Space Raiders - Weltraumpiraten" aus dem Roger Corman-Stall, dann steht "Solo" etwas besser da.

5/10

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