Jahrzehntelang hat Terry Gilliam für diesen einen Film gekämpft. Legendär wie oft er einen Anlauf nahm, wie viele Schauspieler er verschliss, wie oft er von vorne anfangen musste. Wie ein Unglück auf das nächste folgte, und dass sogar selbst nachdem der Film vollendet war ("Es ist vollbracht!"), die Probleme einfach nicht abrissen.
Die Erwartungshaltung an solch einen Film, dessen verrückte Entstehungsgeschichte selbst ja schon Gegenstand einer sehr sehenswerten Doku war, ist natürlich immens hoch.
Doch Gilliam wäre nicht Gilliam, wenn er nicht sein eigenes Ding durchziehen würde. In seiner typischen und unnachahmlichen Art spendiert er uns ein Werk, das anfangs durchaus sehr sperrig und schwer zugänglich ist, da er zwar mit Mainstreammitteln einen Film erschafft, den Film aber so subversiv gestaltet, wie nur er es kann.Die Geschichte ist irgendwie schnell erzählt: Ein junger aufstrebender Snob von Regisseur bekommt eine Lektion in Demut und muss sich gleichzeitig mit seinen Sünden der Vergangenheit auseinandersetzen.
Dabei bekommt das derzeitige Showbusiness und die Mechanismen der Macht sowie das sich dem Geld unterwerfen und jegliche Werte über Bord zu werfen einen Spiegel vorgesetzt, der nicht jedem gefallen dürfte.So ganz nebenbei bedient Gilliam aber auch noch mehrere Meta-Ebenen, in denen er sich selbst reflektiert, die Liebe und das Leben. Und natürlich wie so oft bei ihm Schein, Sein, Wirklichkeit und Wahrnehmung.
Und dass manchmal eben ein Traum doch besser sein kann als so manche Wirklichkeit.Der Film ist ein besonderes Kleinod, der vor allem so in der Art heutzutage viel zu selten gemacht wird. Wenn man erst mal durch das ganze Sperrige zum Diamanten vorgedrungen ist, und sich darauf einläßt, hat man einen der unterschätztesten Filme der letzten Jahre. Man darf halt nicht von Anfang an mit den exorbitant hohen Erwartungen rangehen, sondern sollte den Film sich entfalten lassen und für sich sprechen lassen.
Mindestens mal 8 Punkte!