Kaum hat ein Actionfilm, in diesem Fall "Das Dreckige Dutzend" in Hollywood Erfolge gefeiert, schustern sich die Italiener binnen weniger Jahre eine in der Regel eher peinliche B-Version des jeweiligen Stoffes zusammen. Zwar darf Enzo G. Castellaris "Haufen verwegener Hunde" - warum nicht gleich den Orginaltitel? - nicht wie im Vorbild ein schmuckes Nazi-Schloss zu Klump ballern, nein stattdessen teilt hier ein mit V2-Sprengköpfen beladener Zug dieses Schicksal.
Der Rahmen ist jedoch mit einem Gefangenen-Himmelfahrtskommando, unterstützt durch Resistance-Kämpfer quasi identisch. Zum Inhalt braucht man dann auch keine weiteren Worte verlieren, vielleicht höchstens noch mit dem kleinen Nachtrag, daß hier nun wirklich jeder Anflug von Klasse im Keime erstickt wurde. Erwähnenswerte Charaktereinführungen oder das eigentlich obligatorische, vorbereitende Training gibts hier erst garnicht. Es geht im Prinzip von der ersten Minute an zur Sache und das wenig sympathische Kommando um die genreerfahrenen Bo Svenson und Fred Williamson metzelt unter strikter Ausblendung des Wörtchens "Realismus" die armen deutschen Schiessbudenfiguren gleich battalionsweise nieder. Ein wahrlich beachtlicher Bodycount häuft sich so alsbald links wie rechts der französischen Bahnstrecke an und teilweise sehen die Actionszenen auch in Sachen Schusswechsel garnicht so schlecht aus! Durchaus blutige Zeitlupenanleihen bei Genreikone Sam Peckinpah sind zwar offensichtlich aber bei einem B-Film verzeiht man solch "Inspirationen" doch generell einfacher. Die Explosionen wurden leider typischerweise zumeist mit Miniaturen realisiert, was auch im Endeffekt entsprechend billig ausschaut. Panzergefechte oder ähnliche Highlights fehlen hingegen vollkommen. Daß der Film irgendwann mal endet, merkt man eigentlich nur daran, daß die Action plötzlich aufhört. Das Hirn schaltet sich wieder ein und fragt verwundert: Um was gings eigentlich? Hm kein Plan, vergessen...
Fazit: Billige Gewaltorgie der anspruchslosesten und bedenklichsten Sorte. Einmal mehr Krieg als heroisches Abenteuer ohne jede Reflexion - wer's mag bekommt wenigstens nett inszenierte Action ohne Ende und halbwegs solide Genredarsteller...