Seit der Entstehung von Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds" erfreut sich dieses italienische Machwerk größter Beliebtheit. Der Originaltitel lautet nun mal "Inglorious Bastards" und zur Werbezwecken preist man ihn einfach als Vorlage zu Tarantinos Film an. Jedoch hat Enzo G. Castellaris (Special Agent Hammer, Stryker 2) Film damit nicht das geringste zu tun, obwohl er auch während des zweiten Weltkrieges spielt und es gegen die Nazis geht. Doch wir haben hier mehr eine B-Kopie von "Das Dreckige Dutzend" nur mit erheblich schwächeren Darstellern und deutlich weniger Budget.
1944: Zusammen mit anderen Deserteuren soll Lt. Robert Yeager (Bo Svenson) hingerichtet werden. Doch bei einem Angriff während des Transports kann er mit Fred Canfield (Fred Williamson), Tony (Peter Hooten), Nick (Michael Pergolani) und Berle (Jackie Basehart) fliehen. Ihr Ziel ist die Schweizer Grenze, doch auf ihrem Weg haben sie jede Menge Feuergefechte zu bestehen. Schließlich landen sie in den Händen der Franzosen und sollen unter Col. Charles Thomas Bruckner (Ian Bannen) eine deutsche V2-Rakete entschärfen und vernichten. Dieser Auftrag entpuppt sich als Himmelfahrtskommando.
Hier sind es keine Verbrecher, sondern Deserteure, Diebe und Befehlsverweigerer. Die werden auch nicht für einen Auftrag rekrutiert, sondern sollen per Lastwagen verlegt werden, um ihre gerechte Strafe zu erhalten. Fast unglaublich, dass für diese allseits bekannte Geschichte fünf Drehbuchautoren nötig waren. Ein paar kleine Überraschungen gibt es nur in Punkto der Figuren, die leider zu oberflächlich bleiben. Aber hier segnen auch Charaktere das zeitliche, von denen man es nie gedacht hatte. Ansonsten weiß Castellari ein zügiges Tempo zu halten, denn schließlich wird die kleine Truppe alle fünf Minuten in irgendwelche Feuergefechte verwickelt. So muss man auf dem Weg zur Schweizer Grenze öfter das Fahrzeug nebst Uniformen wechseln und selbst nackt badende Soldatinnen entpuppen sich als Furien, die sofort anfangen zu schießen. Auch einen deutschen Deserteur greift man zwischenzeitlich auf und überhaupt entpuppt sich das Dritte Reich mal wieder als Hauptfeind. Bei den Kulissen müssen schon mal Abstriche hingenommen werden, denn größtenteils treibt man sich irgendwo in der Natur oder in verwüsteten Baracken herum.
Dabei entpuppen sich besonders die unwitzigen und teilweise zynischen Dialoge als störend. Die Witze haben solch einen Bart und so hat "Inglorious Bastards" ganz selten mal eine Szene, die man ernst nehmen kann. Amüsant ist aber die Tatsache, dass die Darsteller hier teilweise wirklich deutsch sprechen mussten, dementsprechend hört sich das Ganze auch an. Immerhin lässt es Castellari aber ordentlich krachen, besonders das fast halbstündige Finale holt den Karren aus dem Dreck. Denn meist sind die Schießereien zu unspektakulär, die Feinde ballern immer daneben und fallen in Dutzenden um. Eher selten gibt es mal einen blutigen Einschuss zu bewundern oder diverse Zeitlupeneinstellungen. Dies führt zu einem enormen Bodycount und im Showdown geht es dann richtig zur Sache. Hierfür wurde auch der Großteil des Budgets verbraten, denn das Kapern des Zuges wird zur reinen Zerstörungsorgie. Die Lovestory zwischen Tony und der Rebellin Nicole (Debra Berger) hätte man sich da wahrlich schenken können.
Mit Bo Svenson (Der Kampfgigant, Delta Force), Fred Williamson (From Dusk till Dwan, The Black Cobra) und Ian Bannen (Tanz der Hexen 2, Ghost Dad) sind ein paar bekannte Mimen an Bord, die Leistungen in Punkto Schauspiel sind aber eher bescheiden.
Unterhaltsam ist "Ein Haufen verwegener Hunde" allemal, da es in regelmäßigen Abständen zur Sache geht. Für das schmale Budget ist die Zerstörungswut enorm, obwohl die Actionszenen meist zu unspektakuklär ausfallen. Die Story ist platt wie eine Flunder, die Darstellern nicht immer überzeugend, aber man sollte diese trashige Ballerballade sowieso mit einem Augenzwinkern hinnehmen.