Review

- Story -

Das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im Jahre 1944: So genannte
Sonderkommandos, die aus jüdischen Häftlingen bestehen, führen ihre
Mitinsassen in die Gaskammern um danach auch noch die Leichen zu
Entsorgen und die Gaskammern zu reinigen. Sie sind Opfer, die für
kleine Zugeständnisse und Erleichterungen im harten Alltag des Lagers
zu (Mit-)Tätern werden. Da sie aber wissen, dass sie selbst auch nicht
vom verhängnisvollen Kreislauf der Mordmaschinerie verschont bleiben
planen sie einen bewaffneten Aufstand.

- Urteil -

Tim Blake Nelson behandelt dieses Thema so, dass man weder in
Betroffenheit noch Traumtänzerei verfällt. Viel mehr hat er wohl Wert
darauf gelegt, dass die kühlen Bildkompositionen den Aspekt einer
beispiellosen Tötungsmaschinerie veranschaulichen. Das merkt man wohl
am besten daran, dass es einem als Zuschauer schwer fällt für eine der
Hauptfiguren Anteilnahme zu empfinden. Somit zeigt uns Tim Blake Nelson
die Entpersönlichung, die in einem Todeslager wie Auschwitz am Werk
gewesen sein muss. (Dies ändert sich meiner Meinung jedoch im letzten
drittel durch eine kleine Wendung im Film.) Ebenfalls müsste man doch
meinen, dass auf einem Schauplatz wie Auschwitz die Grenze zwischen
Tätern und Opfern am markantesten sei, jedoch zeigt der Film mit
Schwerpunkt auf dem Sonderkommando, dass solche Grenzen ganz leicht
verwischen können. Dies ist eine Verfilmung, wie man sie sich wünscht:
furchtlos, kontrovers, ohne Umschweife oder Ausflüchte. Etwas zu
bemängeln hab ich dann doch noch: Dies ist ein Film der durch seine
starken Bilder und die Atmosphäre überzeugt und deshalb glaube ich das
Tim Blake Nelson den Film noch eindrucksvoller gestalten hätte können
wenn er sich bei den Dialogen ein wenig zurück gehalten hätte, denn
diese wirken manchmal einfach auswendig gelernt und wie aus der Pistole
geschossen. Trotz des meiner Meinung nach kleinen Makels sollte dieser
Film einmal geschaut werden.

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