Inhaltsangabe

von Moonshade

Löschen oder Ignorieren - das ist die Frage für ...

... mehrere tausend Mitarbeiter einer Firma in Manila auf den Philippinen, denn sie haben eine belastende Aufgabe: sie sind sogenannte "Content-Moderatoren" für die großen und größten Websiten und sozialen Netzwerke wie "Google" oder "Facebook".
Was immer den Richtlinien dieser Seiten nicht entspricht, muss nach deren Leitlinie gelöscht werden, sei es nun vom Algorithmus ausgesucht oder von Usern gemeldet.
Doch die "Löschcenter" sind nicht mit Fachleuten besetzt, sondern mit ganz normalen Mitgliedern der Gesellschaft, die meisten aus den ärmeren Schichten, mit wenig bis mittlerer Schulbildung. Meistens katholisch erzogen, müssen sie im Sekundentakt für kargen Lohn entscheiden, ob die Bilder oder Filme, die sie sehen, nun Pornographie sind, herabwürdigend oder tolerabel, ob ein Video gewaltverrlichend ist, dem Terrorismus dient oder historisch bedeutend ist.
Nach auswendig gelernten Richtlinien und ohne inhaltlichen Bezug glauben die meisten - sofern sie noch gut schlafen können - dass sie die Welt vor dem Bösen schützen.
Sie ahnen zumeist nicht, dass ihre Arbeit nur ein Outsourcingprodukt für die Webindustrie ist, die sich plötzlich mit Anfeindungen und dem Wunsch nach Übernahme von Verantwortung für die Inhalte auf ihren Plattformen auseinander setzen muss - was ein Heer von gut ausgebildeten Moderatoren nötig machen würde. Doch das ist viel zu teuer und so entstehen Interessenkonflikte über das was wichtig und was unwichtig ist, nicht zuletzt ergänzt um die Frage, für wen.
Gleichzeitig kommen die Konzerne immer mehr unter Druck, da sie vor Regierungen kuschen, die nur ausgewählte Inhalte für "ihr Volk" zulassen wollen.
Die Befürchtung ist, dass die Fähigkeit zum kontroversen Denken, zur Abstraktion bald dank Filterblasen und Zensur der breiten Masse verloren gehen...

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