Review

State of Alienmergency


Die Menschheit, unsere Erde - eingenommen von Außerirdischen, die den Planeten und seine Ressourcen nun erbarmungslos aussaugen. Widerstand? Gab es nicht wirklich bei der extremen Überlegenheit der Eindringlinge. Zwecklos und nun nach fast einem Jahrzehnt der Unterdrückung gar nicht mehr denkbar? Das sieht eine im Untergrund arbeitende Gruppe Widerstandskämpfer anders - denn ein kleiner Sieg, eine hoffnungsvolle Flamme, könnte den verlorenen Willen und Stolz der Menschheit wieder entfachen...

„Captive State“ in seiner understateteten Mischung aus „Edge of Tomorrow“, „A Quiet Place“ und recht realistischer Widerstandsbewegung reißt mich hin und her. Einerseits ist das Konzept grandios, mal eine ganz andere Seite einer Alieninvasion. Andererseits bleiben die Figuren nur Schablonen und enorm blass (zum Teil auch thematisch bedingt/beabsichtigt). Einerseits ist eine gewisse Grundanspannung jederzeit gegeben. Andererseits blubbert sehr viel doch nur an der Oberfläche. Einerseits mag ich das Geheimnis, das um die Außerirdischen gemacht wird. Andererseits hätte ich mir doch ein paar Auftritte, etwas Action und vielleicht sogar Horror mehr gewünscht. Einerseits rockt das offene, alles nur anstoßende Ende (trotz Vorhersehbarkeit). Anderseits ist es doch höchst unbefriedigend nur den Anfang einer Revolution zu sehen. Einerseits sind die Darsteller hochwertig und klasse. Andererseits dringt gerade bei den unbekannteren Namen oftmals Overacting durch. Einerseits macht Regisseur Rupert Wyatt seinen Job gut. Andererseits will ich nicht wissen, was ein Meister wie Nolan damit gemacht hätte. Einerseits gibt das Skript und die Lage eine Menge her. Anderseits wird nichts wirklich zu Ende gedacht oder gar ausgespielt. Einerseits ist das Monsterdesign cool. Anderseits sieht man sie halt kaum. Ihr seht schon - bei jedem Pro gibt es ein Gegengewicht. Und manchmal auch kein kleines. Und deswegen überwiegt etwas die Enttäuschung und der Gedanke an das, was hätte sein können. Aber es bleibt ein faszinierender Try. 

Fazit: „Captive State“ hatte das Zeug zum Klassiker - herausgekommen ist lediglich ein (gerade noch) guter Film. Dennoch: die Ideen, die Ambivalenz, der Mut, die Aktualität, die Atmosphäre und die Spannung reichen für einen kleinen Tipp. District Just Fine. 

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