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Die 80er-Retro-Welle ist mittlerweile in Australien angekommen und hat Autor und Regisseur Daniel Armstrong dazu inspiriert, eine Art Hommage an Filme wie „Evil Dead“ und Night of the Demons“ abzuliefern. Die Horrorkomödie schwankt zwischen charmanter Unbeholfenheit und schrillen Slapstick.

Rocksängerin Oscar (Daisy Masterman) wird von ihrer Band gefeuert, ihr Freund lässt sie sitzen. Da kommt ein Trip zur abgelegenen Waldhütte mit Freundin und zwei Typen als Ablenkung gerade recht. Doch noch ahnt niemand, dass hier ein Einhorn-Dämon sein Unwesen treibt und einige der Anwesenden in seinen Bann zieht…

In seinen besten Momenten erinnert das Werk an Frühwerke von Peter Jackson, in seinen peinlichen an die albernen Ergüsse von Troma. Bereits der Einstieg verdeutlicht die Marschrichtung, als eine fliehende Frau von ihren vermummten Verfolgern nicht etwa umgebracht wird, sondern sich vehement zur Wehr setzt, um anschließend ein Ritual aufzusagen, wodurch der Einhorn-Dämon erst entsteht: Ein Mädchen. Mit Einhornmaske aus Plastik. Waagerecht fliegend.

Folgerichtig sind ausschließlich Trash-Fans gefordert, denn mit teils skurrilen, teils bewusst dilettantischen Einlagen verfolgt die Handlung kaum einen roten Faden, Reminiszenzen und zahlreiche Zitate machen jedoch die Runde.
Spätestens als ein Gesicht mit Spinnenbeinen die Hatz in der Hütte eröffnet, sollten die Gläser erhoben werden und wenn die Synchro bei verbalen Entgleisungen so richtig kreativ wird, lässt sich das eine oder andere Schmunzeln nicht verkneifen.

Overacting sämtlicher Beteiligter gehört natürlich genauso dazu wie billige Effekte wie Nebelmaschine, farbige Kontaktlinsen, verzerrte Stimmen und durchschaubare Tricks wie ein Tausendfüßler, der aus einer Harnröhre krabbelt und ein Dämon, der sich von einem Fell am Boden in die Tiefe herabbewegt. Ein paar aberwitzige Kampfeinlagen, ein wenig Blut und Gekröse und ein paar andere Körperflüssigkeiten sind ebenso Bestandteil wie ein wenig nackte Haut und anderweitige, körperbetonte Einstellungen.

Dazu gibt es etwas Tanz und Gesang, einschließlich Rap-Battle und musikalische Zwischenbilanz der Ereignisse. Allerdings geht dem eigentlich flotten Treiben im späten Mittelteil etwas die Puste aus, kreative Einfälle weichen einer gewissen Redundanz und auch dem Showdown mangelt es ein wenig an Dynamik.

„Tarnation“, so der Originaltitel, zaubert von Zombies über Dämonen, von schlichten Farbfiltern bis zu billigen Latexmasken und bewussten Kontinuitätsfehlern alles aus dem Ärmel, was in den Achtzigern nicht immer super war. Mit Abstrichen ist das Endergebnis in Form von 83 Minuten einigermaßen kurzweilig ausgefallen, ein Faible für maximal Unvollkommenes sollte allerdings Grundlage einer Sichtung sein.
6,5 von 10

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