Einhörner scheinen wieder ein wenig im Trend zu liegen, zumindest springen sie einem beim Einkaufen bei den Kindersachen fast so häufig entgegen wie die Minions. Um diese eigentlich fantasievolle Erscheinung herum bastelten die Regieneulinge Jadzia und Leia Perez ihren Erstling, der binnen weniger Minuten die Hoffnung auf ein zauberhaftes Fantasy-Abenteuer zunichte macht.
Brigid befindet sich im verbotenen Wald, in dem eigentlich nur Verbrecher in Ketten landen, um anschließend von den Waldmenschen gerichtet zu werden. Sie befreit den Dieb Keljeon und trifft später auf den ebenfalls angeketteten Krieger Virren. Brigid ist auf der Suche nach dem Einhorn, welches ihr einen bestimmten Wunsch erfüllen soll…
Die Macher glaubten offenbar, dass eine vollbusige Blondine im Wald ausreicht, um Interesse zu wecken, doch weit gefehlt. Zumal Hauptdarstellerin Karin Brauns null Natürlichkeit mitbringt, zu fett geschminkt ist, ein unpassendes Lippenpiercing trägt und selbstverständlich auch nicht schauspielern kann.
Das Titelgebende zerstört indes jeden Zauber, den Streifen wie „Das letzte Einhorn“ einst erzeugten: Ein Schimmel mit aufgesetztem Horn, das kaum zehn Zentimeter lang ist und bei nahezu jeder Kopfbewegung wackelt entfacht nicht viel Magisches, - da bringen auch willkürlich eingesetzte Farbfilter und etwas Schnee nicht viel.
Mit der eigentlichen Handlung ist es ebenfalls nicht weit her: Maximal drei Leute latschen durch den Wald, es gibt einige kurze sporadische Auseinandersetzungen und einen lächerlich choreographierten Schwertkampf. Die FSK12 sagt alles.
Die Ausstattung ist entsprechend dürftig, selbst die Klamotten zeugen von null Kreativität, wobei die Masken der Waldmenschen noch am ehesten Schrecken erzeugen, während ihr prähistorisches Grummeln und das auffällige Hinken eher an Rednecks der unbeholfenen Art erinnern.
Schwache Mimen, eine unauffällige Kamera und null Gespür fürs Timing geben dem dilettantisch aufgezogenen Werk den Rest, - da fühlen sich die 58 Minuten ohne Abspann tatsächlich wie 90 an. Einzige minimale Lichtblicke sind der um Abwechslung bemühte Score und ein kleiner Wasserfall, der Rest wirkt wie ein mit Freunden gedrehtes Homevideo.
2 von 10