VORSICHT, SPOILER ZUM FILM UND ZUR GLEICHNAMIGEN KURZGESCHICHTE!
Als großer Stephen King Fan runzelte ich natürlich die Stirn angesichts einer Verfilmung der Kurgeschichte "Der Rasenmäher-Mann". Die Kurzgeschichte hat lediglich ca. 11 Seiten, da kommt es einem natürlich spanisch vor, dass es eine Verfilmung gibt, die in der Directors Cut Version über 2 Stunden geht.
Ich muss gleich sagen, dass sich Fans, die schon aus Prinzip eine kaum an die Vorlage haltende Verfilmung für mies halten, sich diesen Film auf keinen Fall anschauen sollten. Wenn ich mir den Film anschaue ( Was mittlerweile schon 4 oder 5mal der Fall war ) habe ich immer im Kopf, dass es sich hierbei nicht um einen King-Film handelt. Dann ist der Film einigermaßen gut wenn nicht sogar sehenswert. Allerdings nehme ich es dem Regisseur Brett Leonard trotzdem ein wenig übel, denn im Prinzip hat er sich nur eine relativ unbekannte Plattform gesucht, um daraus ein Sci-Fi-Feuerwerk zu machen. Dann noch mit der Ausrede zu kommen, man hätte die Geschichte so weitererzählt wie Stephen King es getan haben könnte, ist ja nun auch nicht gerade die feine Art.
Der Film an sich ist relativ schnell erklärt. Jobe Smith, ein Kind im Körper eines Mannes, der für Geld den Rasen anderer mäht und deswegen liebevoll "Der Rasenmäher-Mann" genannt wird, trifft auf Dr. Angelo und wird von diesem gefragt, ob er klüger werden will. Natürlich bejaht Jobe und so kommt es zu zahlreichen Experimenten, die Jobe zuerst positiv beeinflussen, ihn aber später zu einer Kreatur mit unfassbarer Intelligenz macht.
Um nochmal kurz zu der Kurzgeschichte zurück zukommen. In dieser gibt es weder einen Jobe, noch einen Dr. Angelo und schon gar nicht den Cyberspace. Die KG handelt lediglich von Harold Parkett, der einen Rasenmäher-Dienst anruft und wenige Minuten später einen fetten Mann zugeschicht bekommt, dessen rasenmäher von alleine läuft. Ich muss nicht erwähnen, dass besagter Rasenmäher-Mann auch nicht unbedingt der normalste ist, das merkt man spätenstens dann, wenn er sich auszieht und nackt hinter dem Rasenmäher hinter herkriecht und den Rasen frisst. Man merkt schon - Sowas kommt nicht unbedingt in dem Film vor.
Trotzdem muss ich sagen: Der Film ist zwar eine entäuschende Verfilmung, aber trotzdem ein netter, eigenständiger Film, der es versteht, zu unterhalten. Das liegt nicht zuletzt an den tollen Darstellern und den (Damals jedenfalls) guten Computeranimationen. Warum es einen zweiten Teil geben musste, bleibt bis heute ungeklärt, denn dieser hat jetzt wirklich überhaupt nichts mehr mit der Vorlage zu tun ( Im ersten Film ist wenigstens ein Protagonist aus der KG, nämlich Harold Parkett, vertreten ) und bedient sich auch noch lächerlicher Schauspieler.
Fazit
Sicherlich für viele King-Fans abschreckend, aber wie gesagt, ich bin auch großer King-Fan und sehe den Film als eigenständig an, ich versuche schon gar nicht, ihn mit der KG in Verbindung zu bringen. Auf jeden fall ein einigermaßen guter und unterhaltsamer Film mit guten Schauspielern, einigen aufgeblasenen Szenen und heutzutage natürlich angestaubten Effekten.
7/10