Pierce Brosnan spielt einen ehrgeizigen Wissenschaftler, der versucht mit diversen Mitteln die Intelligenz seines Gärtners, gespielt von Jeff Fahey, der unter den Nachbarn als Rasenmäher-Mann bekannt ist, zu erhöhen. Das Experiment läuft schließlich außer Kontrolle, als Brosnans Auftraggeber, die in Wahrheit eine Waffe für den militärischen Einsatz haben wollen, die Präparate austauschen, wodurch der Rasenmähermann immer aggressiver wird, bis er sich schließlich selbst in das Internet einspeisen und damit die alleinige Weltherrschaft an sich reißen will.
"Der Rasenmäher-Mann" stammt noch aus der Zeit, in der Stephen King Ideen und Innovationen hatte und sich nicht darauf beschränkte, seine alten Handlungen und Muster immer wieder aufs neue aufzuwärmen. Zwar ist die Wendung, dass das amerikanische Militär mal wieder eine neue Waffe testen will nicht unbedingt neu und auch die Grundhandlung über einen ehrgeizigen, aber naiven Wissenschaftler, der schließlich ein Monster erschafft, erfindet das Rad alles andere als neu. Dennoch sind einige gute Ansätze enthalten. Die Charakterkonstruktionen gelingen ganz gut, auch wenn vor allem bei der Figur des Wissenschaftlers einige Klischees verwendet werden, dafür ist der Wandel des Rasenmähermannes vom sympathischen Dummkopf, zur intelligenten Bestie sehr gut dargestellt ist. Vor allem Kings Einfall, dass der, zunehmend aggressiver und intelligenter werdende Rasenmähermann im Cyberspace immer mächtiger wird und sich schließlich sogar selbst ins Internet einspeisen will, entpuppt sich als sehr geeignet als Vorlage für einen Film und eröffnet Regisseur Brett Leonard einige Möglichkeiten.
Brett Leonard, der sich später unter Anderem mit "Feed" und "Virtuosity" einen Namen machen sollte, leistete mit "Der Rasenmäher-Mann" Pionierarbeit mit seiner Darstellung des Cyberspaces. Mittlerweile sind die Effekte zwar verstaubt, fast schon lächerlich und trashig, aber eine beunruhigende und gespannte Atmosphäre bauen die alptraumhaften und ungewohnten virtuellen Welten immer noch auf und haben durchaus noch einen hohen optischen Reiz, dem man sich als Zuschauer kaum entziehen kann. Leonard geht sehr gut mit diesem neuen Medium um und unterhält so locker über die volle Laufzeit. Die Filmmusik ist zwar nicht sonderlich auffällig, aber mit einem bisschen Spannungsmusik und den gelungenen Ton-Effekten baut Leonard auch ohne einen düsteren Score seine Atmosphäre weiter aus. Ansonsten ist die Inszenierung komplett im konventionellen Rahmen, die Erzählweise ist einfallslos, aber solide, so gelingt ein ordentlicher Spannungsbogen und ein solider dramaturgischer Aufbau, mit denen "Der Rasenmäher-Mann" rundum gelungen unterhält.
Der spätere Bond-Darsteller Pearce Brosnan, steht hier noch am Anfang seiner Karriere, spielt aber schon hier mit der glatten und sympathischen Art, die ihn auch später auszeichnen sollte. In meinen Augen passt er damit aber nicht in die Rolle des Wissenschaftlers, der bei weitem nicht so cool ist, wie Brosnan ihn spielt. Jeff Fahey macht sich als Rasenmäher-Mann hervorragend, spielt anfangs den sympathischen, geistig zurückgeblieben Gärtner sehr liebenswert, stellt dann den Wandel zur unberechenbaren Bestie sehr gut dar und überzeugt zum Ende hin mit einer beängstigend diabolischen Darstellung.
Fazit:
"Der Rasenmäher-Mann" ist ein gelungener Sci-fi-Thriller, der mit seinen virtuellen Alptraumwelten, der guten Vorlage von Stephen King, den fesselnden, wenn auch veralteten Effekten und der starken Leistung von Jeff Fahey zunehmend an Fahrt gewinnt und damit bestens unterhält, auch wenn die Erzählweise ansonsten eher einfallslos geworden ist.
68%