Schon in der Eingangsszene wird klar, dass dies kein konventioneller Exorzismusfilm aus Hollywood ist: Eine Krankenschwester tritt ihren Schichtdienst auf der Geburtenstation an, schließt alle Türen, zückt ein Messer und ermordet ohne mit der Wimper zu zucken alle Säuglinge. Das geschieht zwar mehr oder weniger off camera, hat in seiner Grausamkeit jedoch einen Effekt, der die Folterexzesse von SAW & Co. verblassen lässt.
Unter den getöteten Neugeborenen befindet sich auch der Sohn des Polizisten Emmanuel Ritter, weshalb dieser Jahre später besonders aufmerksam wird, als ein weiteres Kindsmassaker geschieht. Offenbar wurde an beiden Tatorten ein mysteriöser Priester (Tobin Bell, SAW) gesichtet. Zudem erhält Ritter eher unerwünschte Verstärkung von einem FBI-Team für paranormale Aktivitäten…
BELZEBUTH führt mit Tobin Bell und Tate Ellington zwar zwei US-Schauspieler im Cast, ist jedoch eine mexikanische Produktion, was seine willkommene Andersartigkeit erklärt. Der Zusammenhang zwischen den brutalen Kindermorden, der scheinbaren Besessenheit der Amokläufer, dem dunklen Prediger sowie einer Gruppierung von Entführern, ist gut konstruiert, befriedigend aufgelöst und führt selbst Genrekenner längere Zeit auf falsche Spuren.
Zwar weist der Film ein paar Längen auf und die Effekte sind ungewöhnlich, aber nicht auf gewohntem Niveau umgesetzt – trotzdem werden insbesondere Freunde von okkulten und religiösen Horrorfilmen hier eine interessante Variation von altbekannten Klassikern wie THE EXORCIST und OMEN finden.