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Autor und Regisseur Todd Sheets kehrt in gewisser Hinsicht zu seinen Wurzeln zurück, denn er hat Mitte der Achtziger mit Horrorfilmen begonnen und bringt mit vorliegendem Werk eine Art Hommage an die Splatterfilme der 70er und 80er heraus.

Cat besucht ihre beste Freundin in der Zahnarztpraxis, im Gepäck zwei Revolver und einige Drogen, die sie ihrem Boss abgenommen hat. Dieser taucht kurz darauf mit Gehilfen auf, um sein Eigentum einzufordern. Noch ahnt niemand, dass das Gebäude bereits für einen satanischen Kult vorbereitet wurde, um die Höllengöttin Abaddon heraufzubeschwören…

Unmissverständlich wird gleich zu Beginn auf die Exploitationfilme vergangener Dekaden angespielt, indem ein Hinweisschild für zart besaitete Gemüter eingeblendet wird. Leider offenbaren die Figureneinführungen eklatante handwerkliche Schwächen, denn die Kamera haftet ungünstig nah an den schwach performenden Mimen, die größtenteils nur Dumpfbackengeschwätz von sich geben, was die unterirdische Synchro noch verstärkt.
Viele Szenen sind verdammt nah am Amateurniveau.

Handlungstechnisch bleibt der Stoff ebenfalls dünn, denn es kämpft sich lediglich eine Gruppe durch zahlreiche Kellerräume und hat es dabei mit Mutanten, Kultanhängern und Besessenen zu tun. Überdies dauert es recht lange, bis ein wenig Bewegung einsetzt und die ersten Gewalteinlagen serviert werden. Ab da geht es allerdings recht blutig zur Sache.

Die handgemachten Effekte sind qualitativ solide und dürften Splatterfans über weite Teile bei Laune halten: Da saust ein Messer durchs Kinn, jemand wird skalpiert, es gibt Kehlenschnitt und ausgehebelte Köpfe, dazu jede Menge Body-Horror mit auffallend vielen Darmschlingen und abgezogener Haut, Fressszenen und Mutationen.
Dazwischen dudelt ein Synthie-Score, der auch aus den Achtzigern stammen könnte, einige rockige Elemente klingen allerdings arg billig produziert.

Trotz ordentlichen Tempos in der zweiten Hälfte und einer Menge Bluteinlagen dreht sich die Sache rasch im Kreis. Wie in einer Geisterbahn betritt die immer kleiner werdende Gruppe Raum für Raum und sieht sich einer oder mehreren Bedrohungen gegenüber, zwischendurch gibt der Oberprediger mit fast schon schmerzendem Overacting rituelles Kauderwelsch von sich, während zwischenmenschliche Töne offenbaren, wie unbeholfen die Darsteller agieren.
Wirklich glaubhaft ist die Besetzung auch nicht, zumindest was den Zahnarzt betrifft, der mit freiliegenden Armen, die eine Menge zweifelhafter Tattoos offenbaren herumläuft. Treffend besetzt ist allerdings das afroamerikanische Gangstergespann, welches problemlos als Relikt der Siebziger durchginge.

Während also abwechselnd schwarzes und rotes Blut erbrochen wird, ein wenig nackte Haut alles andere als Erotik versprüht und die einzigen CGI in Form kleiner Blitze, Ascheregen und Funken zum Einsatz kommen, verläuft zumindest der Ausgang ein wenig unerwartet und düster, was einige Schwachstellen in Sachen Abwechslung kaschiert.
Für Splatterfans der alten Schule okay, aber insgesamt zu amateurhaft und unwitzig, um über 108 Minuten solide unterhalten zu werden.
5 von 10

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