Review

Mit der „Odyssee“ entstand eine der ältesten Dichtungen der griechischen Mythologie, der Inbegriff des Helden, welcher mit List und Tücke gar lange Irrfahrten überstand. Was Regisseur Federico Alotto und Hauptdarsteller (und Co-Autor) Andrea Zirio davon übrig ließen, gleicht einem Fiebertraum, der noch nicht einmal einem Genre eindeutig zuzuordnen ist.

2020, United States of Europe: Der traumatisierte Kriegsveteran Johnny (Andrea Zirio), auch Uly genannt, begibt sich nach sieben Jahren Irrfahrt auf die Suche nach seiner Frau Penelope, die er in den Fängen des zwielichtigen Michael Ocean (Danny Glover) vermutet. Dabei wird er immer mehr zum Spielball diverser Untergrundfiguren…

Danny Glover und Udo Kier haben sich in den vergangenen Jahren aus unerfindlichen Gründen häufiger in C-Film-Gefilde begeben und machen hier keine Ausnahme.
Speziell ein altehrwürdiger Mime wie Glover wertet eigentlich jeden schwachen Stoff mit seiner Präsenz auf, - hier gelingt es ihm zu keiner Zeit, denn der von ihm verkörperte Mogul wirkt so leer wie sämtliche Figuren in diesem Possenspiel.

Beinahe wie im dauerhaften Drogenrausch schleppt sich der suchende Held in der Stadt Taurus von einem düsteren Viertel zum nächsten, wendet sich an einen griechischen Koch, um kurz darauf bei einem Clubbesuch im Gipsy Camp auf einen flippigen Drogenbaron zu stoßen. Ein Abstecher zum Rotlichtbezirk gehört ebenso dazu wie eine Stippvisite bei einer Seherin, die ihm eine weitere Droge verabreicht, um die blockierte Vergangenheit ein wenig aufzufrischen.

Stumpfsinnige Dialoge dominieren das spannungslose Treiben, welches lediglich während einiger Kriegsaction via Flashback minimale Schauwerte erhält. Ansonsten begegnen sich leblose Figuren, wozu die auffallend ausdrucksschwachen Mimen nicht unerheblich beitragen, während die betont düster gehaltenen Kulissen zu keiner Zeit die beabsichtigte, atmosphärische Wirkung entfalten. Und es gibt definitiv mehr Szenen, die als Lückenfüller durchgehen denn solche, die überhaupt etwas mit dem schmalen Konstrukt der Handlung zu tun haben.

Bis auf den fehlenden Nervfaktor ist das Werk annähernd auf der Stufe eines Filmemachers wie Uwe Boll einzuordnen: Kein wirklicher roter Faden, eine gnadenlose Selbstüberschätzung des Regisseurs und hilflos dreinblickende Gesichter, die sich Darsteller schimpfen.
Die Odyssee betrifft hier einzig und allein den Zuschauer, der sich durch 110 Minuten geistigen Wackelpudding durchzukämpfen hat.
2,5 von 10

Details
Ähnliche Filme