Review

„Ein Serienkiller mit Künstlerkomplex – und ein Regisseur mit Größenwahn.“

Also ganz ehrlich: The House That Jack Built ist eigentlich kein schlechter Film – zumindest nicht, wenn man ihn auf seine Einzelszenen runterbricht. Der Aufbau mit diesen episodenhaften Rückblicken, wie Jack seine Morde schildert, das funktioniert. Manche Szenen sind richtig stark – teils eiskalt, teils sarkastisch, teils so absurd, dass man zwischen Schmunzeln und Abscheu schwankt. Da ist richtig Potenzial drin. Man denkt sich oft: "Wow, das ist krank – aber gut gemacht."

Aber dann... kommt das letzte Drittel – und der Film versenkt sich selbst in einem Sumpf aus prätentiöser Symbolik, übertriebener Metaphorik und pseudo-intellektuellem Größenwahn. Da will Lars von Trier plötzlich Dante's Inferno nachspielen, bringt Jack in die Hölle, lässt ihn durch eine Art Kunstausstellung seiner eigenen Schuld wandern – und spätestens da ist alles vorbei.

Was soll das? Was hat das mit dem eigentlichen Film zu tun?

Jack war nie ein mythologischer Charakter. Er war ein kaputter Typ mit Kontrollwahn, Narzissmus und einem verdrehten Kunstverständnis. Der spannendste Punkt war nicht sein Weg in die Hölle – sondern sein Rückzug in sich selbst. Dass er sich wortwörtlich ein Haus aus seinen Opfern baut, war eine brillante Metapher für seine Psyche. Hätte man da einfach den Schnitt gemacht – Fade to Black – Ende –, wäre das ein richtig starker Abschluss gewesen.

Aber nein. Stattdessen wird der Film immer selbstverliebter, immer bedeutungsschwangerer – und verliert dabei komplett den Fokus.

Und das ist das Problem:

Der Film will mehr sein, als er eigentlich tragen kann.

Statt bei sich selbst zu bleiben, driftet er ab – und zerfällt.


Der Anfang? Stark. Der Mittelteil? Teilweise brillant.

Das Ende? Ein Totalabsturz.

Fazit:

The House That Jack Built ist wie ein Serienkiller, der ein verdammt gutes Versteckspiel spielt – und sich dann aus Geltungsdrang auf offener Straße nackt auszieht.

Stilistisch sehenswert, psychologisch anfangs interessant, aber gegen Ende ein Paradebeispiel dafür, wie man einen Film gegen die Wand fährt, wenn man mehr Eindruck schinden will als Geschichte erzählen.

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