Review

Spektakuläre Inszenierungen scheinen nicht das Ding von Regisseur Sonny Mallhi zu sein, der sein Debüt „Anguish – Gequälte Seele“ dermaßen lahm aufzog, dass es glatt als rezeptfreie Schlaftablette durchginge. Auch sein zweites Werk ist nicht gerade ein Inbegriff flotter Erzählweise, doch diese verfolgt immerhin einen roten Faden.

Ellie ist allein erziehende Mutter der zwei Teenager Kylie und Amy und nimmt aufgrund ihrer Medikamentensucht regelmäßig an einer Gruppentherapie teil. Eines Nachts kommt es im Park zu einer unheilvollen Begegnung mit Christopher, welcher ebenfalls an der Therapie teilnimmt. Kurz darauf entwickelt Ellie einen schier unstillbaren Blutdurst…

Mallhi versucht Familiendrama und Vampirfilm unter einen Hut zu bringen, was über weite Teile sogar einigermaßen gelingt. Die Parallelen zwischen herkömmlichen Süchten und dem erwachendem Blutdurst und der Fleischeslust sind nachvollziehbar herausgearbeitet und auch die Misere der Mutter, vor ihren Kindern nicht noch einmal mit negativen Verhaltensweisen aufzutreten, sind glaubhaft dargestellt.

Nur kommt bei alledem kaum Spannung auf, da die Wurzel des Bösen frühzeitig offen gelegt wird und die Steigerung bei der Opferwahl in jeder Szene vorhersehbar ausfällt.
Zudem bringt Christopher als Vampir kaum Ausstrahlung mit, etwas besser ist es um Ellie bestellt, die im Verlauf typische Eigenschaften einer Vampirfrau entwickelt und mithilfe soliden Make-ups ein paar böse Blicke absondert. Obgleich hier und da Blut fließt, sind allerdings kaum explizite Szenen auszumachen, während zum Finale zwei Einsätze per CGI eher negativ auffallen.

Ansonsten herrscht während der ersten Hälfte viel Familiendrama mit einigen Nichtigkeiten. Im Mittelteil wird es zwar interessanter, doch die austauschbaren Lokalitäten und der kaum auffällige Score sorgen nicht gerade für eine unheimliche Atmosphäre. Erst zum Showdown wird das Tempo gesteigert, es kommt zu einem Fight hinter verschlossenen Türen, doch immerhin werden Körper durch die Luft geschleudert und kleine Wendungen eingestreut.

Folgerichtig kaschiert die letzte Viertelstunde noch ein wenig, doch insgesamt mangelt es an stimmungsvollen Momenten und charismatischen Vampireinsätzen, obgleich die Darsteller allesamt passabel liefern. Regietechnisch eine deutliche Steigerung zum lahmen Erstling, aber eben kein Stoff, der so richtig in Beschlag nimmt, zumal es am sprichwörtlichen Biss fehlt.
4,5 von 10

Details
Ähnliche Filme