Der in Manila geborene Regisseur Cirio H. Santiago (Rescue Man, Dune Warrior) widmete sein Leben dem B- und Trashfilm, wobei ihm nie eine richtige Perle gelang. Mit dem World Kickboxing Champion Jerry Trimble (Full Contact, Skeleton Man) drehte Santiago neben "Stranglehold" noch die beiden Filme "American Samurai 2" und "Kick & Fury". Beide sind wesentlich angenehmer zu schauen, als dieser schwache "Die Hard" Rip Off.
Die Kongressabgeordnete Helen Filmore (Jillian McWirther) besucht eine Veranstaltung der Chemiefabrik "Chemco", doch die wird plötzlich von Gerald Richter (Vernon Wells) und seinen Mannen besetzt. Doch Richter hat nicht mit dem ehemaligen Agenten Ryan Cooper (Jerry Trimble) gerechnet, welcher als Sekretär verkleidet Helen beschützen soll. Es gelingt ihm kontinuirlich Richters Schergen zu dezimieren, doch der flieht mit Helen als Geisel und einigen Tanks Nervengift auf ein großes Frachtschiff. Da die Behörden nun völlig machtlos sind, kann nur noch Cooper diesen Wahnsinngen aufhalten. Vor dem Auslaufen des Schiffes konnte er sich unbemerkt an Bord schmuggeln.
Es ist wirklich stümperhaft, was Santiago uns hier serviert, selbst mit diesem extrem knappen Budget hätte man aus "Stranglehold" mehr rausholen können. Dabei will man wieder im Fahrwasser vom großen Vorbild "Stirb Langsam" fahren und lässt ein paar Terroristen eine Chemiefabrik besetzten. Dort werden natürlich chemische Waffen produziert und unsere Terroristen tarnen sich als Filmteam, um dort Einlass zu erhalten. Trotzdem ist Richters Plan in keinster Weise durchdacht, denn man ermordet bei der Einnahme zuviel potentielle Geiseln und hat als Team lauter Dilletanten angeheuert. Dabei darf auch der obligatorische Verräter nicht fehlen, der sich schon zu früh zu erkennen gibt. Zwar muss man nicht lange warten, bis das Ganze seinen Lauf nimmt, doch anstatt Trimble in zahlreichen Nahkämpfen seiner Bestimmung zuzuführen, wird hier ohne jegliche Choreographie in der Gegend herum geballert. Der Bodycount wird zwar immer höher, da Richter eine ganze Armee von Unfähigen rekrutiert hat, doch spektakulär sieht anders aus. So schießen Coopers Gegner immer daneben, während bei ihm jeder Schuss sitzt und nachgeladen wird so gut wie nie.
Währenddessen steht das Militär vor den Toren des Betriebgeländes und ist zum nichts tun verpflichtet, viel zu oft schwenkt Santiago auch zu Helens Vater, einem einflussreichen Mann in der Politik, welcher mit seinen Beratern irgendwelches langweilige Zeugs daherfaselt, ohne in irgendeiner Form zu handeln. Und wenn nicht gerade geschossen wird, ist "Stranglehold" dermaßen uninteressant, dass man quasi genötigt wird vorzuspulen. Auch bei den Kulissen muss man Abstriche hinnehmen, so drehte man auf einem alten Firmengelände in einer großen Fabrikhalle, wo alles schon uralt und verrostet ist, auf ein paar Gegenstände hat man in blauen Buchstaben "Chemco" draufgeklebt, doch im Endeffekt wirken die Sets für eine neumodische Chemiefabrik lächerlich. Immerhin die Schiffskulisse im letzten Drittel scheint echt zu sein. Während der Score nicht der Rede wert ist, stellt man sich als Zuschauer die Frage, warum Trimble eigentlich nicht fighten darf. Die lahmen Ballereien öden mit der Zeit mächtig an und die grausam schlechten Dialoge machen das Ganze noch unerträglicher. Ein paar kleine Explosionen darf es auch geben, doch gerade bei der Vernichtung der "Chemco" Fabrik sieht man überdeutlich, dass hier nur ein Model gesprengt wird. In den letzten zehn Minuten darf Trimble dann endlich zur Tat schreiten und siehe da, die Zweikämpfe sind recht brauchbar inszeniert. Vom Endkampf gegen Vernon Wells hätte ich mir mehr erhofft, aber immerhin gibt es ordentlich auf die Kauleisten. Bei den Darstellern sieht es verdammt traurig aus, Jerry Trimble war auch nicht viel zu erwarten, aber auch Vernon Wells (Phantom Kommando, Mad Max II) und Jillian McWirther (Speed Rage, Bloodfist VIII - Trained to Kill) versagen auf ganzer Linie.
"Stranglehold" ist selbst für den B-Fan ein Schuss in den Ofen. Unterirdische Schauspieler klamüsern sich durch eine simple und stets vorhersehbare Story mit doofen Dialogen. Die vielen Shootouts langweilen durch das Fehlen einer Choreographie, die wenigen Fights im Finale können da nicht mehr viel retten. Man muss schon beide Augen zudrücken, um leidlich unterhalten zu werden, ist wirklich nur für den harten Kern anschaubar.