Review

Staffel 1 - 9/10

Staffel 1

Beschützer des Universums

„Final Space“ liest sich auf dem Papier wie ein austauschbarer „Futurama“-Klon, sieht vielleicht im ersten Moment sogar so aus und die ersten Episoden sind auch gewöhnungsbedürftig. Doch was dann kommt... My oh My... Was soll ich sagen, darauf kann einen keiner vorbereiten. Liebe auf den zweiten Blick. Großes Fernsehen, unendliche Möglichkeiten.

Erzählt wird von Gary, einem teilweise deutlichen Trottel und selbsternannten Weltraum-Abenteurer, der eine fünfjährige Isolations-Haftstrafe auf einer Raumstation absitzt, weil seine Flirtversuche mit seiner Angebeteten mächtig schief gingen. Dann fliegt ihm ein grünes, süßes Etwas zu, das ganz nebenbei Planeten zerstören kann und vom fiesen Lord Commander in der ganzen Galaxie gesucht wird. Und nun entwickelt sich nach und nach ein sehr spezielles Team, fast könnte man sagen eine Familie, die nicht weniger als die epische Auslöschung des Universums verhindern muss...

+ Gary kann anfangs nerven, der Stil ist allgemein etwas seltsam, hubbelig - nur um einem dann umso näher zu gehen!
+ geniale, sensible, passende Musikuntermalung
+ (Indie-)Videospielvibes
+ ganz eigener, penetranter und polarisierender Humor 
+ eine Space-Opera mal anders 
+ unerwartet emotional und reif 
+ mehr könnte nicht auf dem Spiel stehen 
+ süße Romanze+ gute Charakterentwicklungen 
+ solide, bunt und teilweise sogar sehr hübsch gezeichnet 
+ massiv gute Synchronsprecher 
+ unglaublicher Cliffhanger
+ KVN!!! 
+ fast eine neue Art von „Zeichentrick“
+ hätte auch als „One Off“, also als eine alleinstehende Staffel funktioniert 
+ Mooncake ist super süß 
+ schockierend blutig zum Teil (Arenafights?!)
+ riesige Welt/starkes World Building
+ unbegrenzte Möglichkeiten 
+ hyperkreativ und beeindruckend in seinen besten Zeiten 
+ kurz & knackig 
+ noch ein Geheimtipp 
+ Aussenseitercharme
+ bizarre Nebenfiguren
+ traut sich an sehr dunkle Orte (psychologisch vor allem)
+ starker Bösewicht (inklusive angeteaster Backstory)
+ genauso „Star Wars“ wie „Spaceballs“
+ die Serie hat ein unglaublich großes Herz
+ man versteht, warum Conan O'Brian hinter dem Projekt steht 
+ selten berechenbar; ein weirder Curveball
+ hat das Zeug zum Kulthit (wird hoffentlich nicht zu früh abgesetzt!)
+ Balance aus verrücktem Humor und echten Emotionen ist erstaunlich
+ zusammenhängende Story; Neugier wird hoch gehalten; intelligenter Aufbau

— leichte Startschwierigkeiten
— nicht für jeden; Geschmacksache 
— lässt noch einiges an Potenzial liegen
— zum Teil nervige Figuren 
— das Schema und einige Ansätze kennt man aus anderen animierten Serien
— könnte feiner gezeichnet sein
— manchmal etwas hektisch
— Klischees nicht abwesend
— ein wenig mehr Technik und Sci-Fi dürfte sein

Fazit: aus dem Nichts - in mein Herz. Ohne Umwege. „Final Space“ ist einer der coolsten Animations-Geheimtipps, den man momentan entdecken und weiterempfehlen kann. 10 Folgen, die einem nah gehen und unheimlich viel (mehr) versprechen. „Rick & Morty“ trifft auf „Cowboy Bebop“, „Star Wars“ auf „Guardians of the Galaxy“, Wahnsinn auf Methode. Und bei dem Cliffhanger, erwarte ich gerade kaum etwas mehr als die zweite Runde dieser kultigen, unheimlich unterhaltsamen Space-Sause. G-R-A-N-D-I-O-S! (9/10)

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