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Eine traumatische Kindheitserfahrung müssen die beiden Schwestern Ellie (Erin Marie Hogan) und River (Devanny Pinn) durchleben, als ihre Mutter bei einem Brand ums Leben kommt. Das gelegte Feuer jedoch steht in Zusammenhang mit einer dunklen Kreatur, welche in jener Nacht die beiden Schwestern erschreckt hatte, die darüber jedoch nie gesprochen hatten. 16 Jahre später will die ältere Ellie, inzwischen verheiratet, unbedingt mit der verstorbenen Mutter in Kontakt treten, wozu sie ein leerstehendes Haus mietet, das Amara-Haus, von dem es heißt, daß es verflucht sei. Mit von der Partie ist ihre kleine Nichte Izzy, während deren leibliche Mutter River, die mit den Vorkommnissen nie klargekommen ist, in der Klapsmühle sitzt. Beim Einzug bemerken die neuen Bewohner einen geheimen Raum im Obergeschoß, den sie der Kleinen als Schlafzimmer einrichten. Dort steht auch ein Spiegel, der mit schwarzem Latex überzogen ist. Als Ellie diesen Überzug entfernt, ereignen sich merkwürdige Dinge...

Ein weiterer Spukhaus-Film, dessen Plot nicht wirklich innovativ klingt, ist die US-Produktion Dwelling, der man den Mangel an kreativen Ideen nebst einem niedrigen Budget schon recht bald anmerkt. Zwar mangelt es nicht an den üblichen Zutaten wie Monster-Gliedmaßen mit verbrutzelt-runzliger Haut, einem einsam gelegenen Haus, einem geheimnisvollen Spiegel und einem kleinen Mädchen mit übernatürlichen Fähigkeiten, dennoch mag man von Anfang an nicht recht warm werden mit der Geschichte, die zudem einige Logiklöcher aufweist: Es wird ein nicht im Grundriss vermerkter geheimer Raum entdeckt hinter einer Türe, die von innen mit einem großen Kleiderkasten blockiert ist. Als Gavin diesen beiseiteschiebt, fragt sich niemand, wie das Möbelstück dorthingekommen ist, zumal es nur diese eine Türe gibt. Stattdessen wird genau dieser Raum als Schlafzimmer für die vielleicht 7jährige Nichte hergerichtet. Mehr noch: Der Spiegel wird mit einem Schaber freigelegt und steht unheilbringend mitten in diesem Raum - Ellie ist geradezu begierig darauf, daß sich irgendwelche Dämonen offenbaren, eine Gefahr für sich, ihren Ehemann oder gar das Kind ihrer bedauernswerten Schwester sieht sie offenbar nicht...

Mit solch einer Hauptdarstellerin fällt es schwer mitzufiebern, und während Izzy Geschichten von ihrer Puppe hört, die sie aber nicht oder nur zögerlich weitererzählen will, bleibt nur Ellies afroamerikanischer Ehemann Gavin (Mu-Shaka Benson) als Sympathieträger übrig, der allerdings keine tragende Rolle spielt. Wieso der diesen ganzen Zirkus mitmacht bleibt ohnehin rätselhaft, auch sieht man das junge Paar nie engumschlungen oder wenigstens händchenhaltend, die beiden Eheleute scheinen aneinander vorbeizuleben. Auch kümmert sich Gavin viel mehr um das Kind als Ellie, die die Kleine nur als Köder benutzt. Als dann die Geister, die sie mit einer Kerze vor dem Spiegel sitzend heraufbeschwört (und dabei für Zuschauer, die es immer noch nicht kapiert haben, laut aus ihrem Okkultismus-Buch rezitiert) nimmt das Unheil seinen Lauf.

Dezente Klavierbegleitung und ruhige Kameraführung verbunden mit einem passenden Setting vermögen durchaus ab und zu eine gruselige Atmosphäre zu erzeugen, doch reicht dies nicht, um den insgesamt dünnen Stoff mit seinem unspektakulären Ende auch nur ansatzweise spannend zu machen. 3 Punkte.

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