Wenn im Abspann einige Namen mehrfach aufgelistet werden und jemand beispielsweise für Haar, Kostüme, Make-up und Catering gleichzeitig zuständig war, deutet das meistens auf ein sehr überschaubares Budget hin. Was nicht schlimm sein muss. Lediglich ein Schauplatz wie eine Wohnung ist ebenfalls keine Grundlage für einen schlechten Film. Schon aber, wenn eine Stunde lang nahezu gar nichts passiert.
Dies ist der Fall bei Vater Ray, Mutter Vera und Sohn Sam. Die Eltern scheinen ihrem Sprössling ein Geheimnis vorzuenthalten, gleichzeitig beginnt es im Haus zu spuken.
Als sich Sam der Hintergrund einer düsteren Begebenheit offenbart, muss man sich den Dämonen der Vergangenheit stellen…
Tatsächlich gibt es nicht eine Szene außerhalb der austauschbaren Wohnung, in der es augenscheinlich weder TV, noch Telefon, noch Computer gibt. Hinsichtlich des Twists gegen Minute 42 stellt dies eine von endlosen Logiklücken dar, was im Verlauf zu einer wahren Logikschlucht mutiert. Da man innerhalb des Kammerspiels mit nur drei Figuren vorlieb nehmen muss, sollte sich zumindest ein Sympathieträger finden, doch auch dies ist nicht wirklich gegeben. Immerhin nervt Sam nicht, doch Mutter Vera spielt die Übermutter, während Dad dröselig am Frühstückstisch hockt, nahezu unbeteiligt in Büchern blättert und seinem Sohn kaum Beachtung schenkt.
Zumindest liegen diese Verhaltensweisen im Einklang mit den zweiten Twist, der nicht allzu dummdreist daherkommt wie der vorherige. Das dämonische Treiben startet indes erst in den letzten zehn Minuten, - also, wenn die meisten Zuschauer aufgrund vorherrschender Langeweile bereits ein Nickerchen für sich beanspruchen und auch diesbezüglich nicht viel verpassen, weil dezente Schminke anders aussieht.
So wird ein tropfender Wasserhahn nicht repariert, es gibt Ausschnitte einer Seance und die damit verbundene erste Wendung, nach zehn Minuten kippt immerhin etwas auf dem Dachboden um und Sam kann null Trompete spielen. Eigentlich kann Sam gar nichts, denn selbst Pancakes werden im Beisein seiner ebenfalls nicht allzu hellen Mutter rabenschwarz.
Und weil Dad nur für zehn Minuten, und dann auch aus unerfindlichen Gründen etwas besser drauf ist als in der restlichen Jammerlappenzeit, kann man sich den Spaß mit dem Trio eventuell ausmalen.
Drei Figuren, zwei durchwachsene Twists, ein Schauplatz, null Blutvergießen, - als Sujet für einen Kurzfilm hätte es eventuell noch gereicht, doch für Spielfilmlänge sind die Mimen nicht gut genug und die Geschichte zu belanglos aufgezogen.
Muss man nicht haben…
3 von 10