Nach dem sympathischen Debüt „Zombies – An Undead Road Movie“ von Regisseur Jarret Tarnol hätte man ihm locker zugetraut, eine Spoof-Komödie über Superhelden relativ zielsicher in die Wege zu leiten. Doch bei dem Unterfangen reiht er sich beinahe auf dem Niveau von Friedberg/Seltzer ein, mal abgesehen von den ausbleibenden Gags unterhalb der Gürtellinie.
Bruce Kent wurde einst als Superheld Superbat gefeiert, doch jobtechnisch und privat steckt der Familienvater in der Krise. Als schließlich seine Zwillinge entführt werden, läst er sich vom Unglaublichen Joga-Meister trainieren, - schließlich haben die Schurken Jokester und Lisp vor, die Erde auf Eis zu legen…
Merkwürdigerweise hat man es in den Siebzigern und Achtzigern noch hinbekommen, gelungene Parodien zu kreieren, wie etwa „Spaceballs“, „Das Leben des Brian“ oder „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“. Jahrzehnte später muss man solche Perlen mit der Lupe suchen und leider zählt auch vorliegender Film rein gar nicht dazu.
Das beginnt mit der etwas merkwürdigen Mischung der Figuren, die herzlich wenig mit den Avengers gemein haben, mal abgesehen vom kurzen Auftritt von Black Panther. Stattdessen erscheinen die Helden wie stereotype Abziehbilder, was primär auf die Hauptfigur Superbat zutrifft. Daneben fallen Erscheinungen wie „El Capitan South America“, der fast ausschließlich und sehr schnell mexikanisch spricht beinahe schon originell aus. Auch die Schurken kommen mit einem untersetzten Lispelmann und der Variation vom klassischen Joker recht beliebig daher.
Ungünstig ist zudem die unkluge Gewichtung der Erzählung. Denn ein stärkerer Fokus liegt auf dem abgehalfterten Superbat, dessen Familienproblemen und Selbstzweifel, was schon aufgrund der eher ernsten Thematik nur wenige Humoreinschübe zulässt. Allenfalls nett sind einige Trainingseinheiten beim grün bemalten Yogameister, was zwischenzeitlich zu einer Mixtur aus „Karate Kid“ und „Rocky“ kulminiert. Auch Actioneinlagen sucht man speziell im Mittelteil lange vergebens, während der finale Fight gegen maskierte Clownschergen zu wenig Dynamik aufweist.
Überdies macht sich das sichtlich niedrige Budget bei den Spezialeffekten bemerkbar. Diverse CGI in Form von Zauberblitzen oder magischen Verpuffungen sind maximal zweckdienlich, die Kostüme fallen phantasielos aus, selbst ein sprechender Haushaltsroboter wirkt ein wenig dahingerotzt. Darstellerisch ist zumindest kein Totalausfall zu vermelden, zumal einige mit viel Eifer und entsprechendem Overacting bei der Sache sind. Warum sich bei der eher unbekannten Riege eine Amy Smart tummelt, die als Ehefrau des Superhelden völlig unterfordert bleibt, erscheint indes nebulös.
So gestaltet sich das Treiben bis auf den Showdown über weite Teile recht zäh, wirkliche Lacher finden sich keine und über ein Grinsen oder den einen oder anderen kleinen Schmunzler dürfte kaum jemand hinauskommen. Wer rein gar keinen Beitrag über comichafte Superhelden auslässt, könnte ihn nebenher laufen lassen, wer einen Gute-Laune-Film im Visier hat, wird eher weniger fündig.
3,5 von 10