Wer den "Repo Man" in seiner vollen, 88-minütigen Länge genießen kann, der kann nur ein wahrer, leiderprobter Trash-Film-Liebhaber sein. Ich hingegen war ein-, zweimal kurz davor, den Film auszuschalten. Dabei ist "Repo Man" kein übermäßig schlechter Streifen. Im Gegenteil: Die ersten 10 Minuten machen wirklich Lust auf mehr. Trashige Special-Effekts, die man als solche gar nicht bezeichnen dürfte, schrullige Charaktere und stupide Dialoge - der Streifen hat alles, was einen ordentlichen C-Movie sehenswert macht. Zumal die Mischung aus Action, schwarzer Comedy, Auto- und Alienfilm originell daher kommt, auch die Figur des "Repo Man" ist unverbraucht.
Aber mit zunehmender Spieldauer verliert der Film seinen Reiz. Die Handlung kann nur noch mit Mühe verfolgt werden, der gewöhnungsbedürftige Schnitt porduziert immer wieder Zeitsprünge. Die multiplen Handlungsstränge bekommen nicht genug Zeit zur Entfaltung, vieles bleibt auf der Strecke. "Wer ist das nochmal? Und in welcher Beziehung stehen die zwei Typen jetzt eigentlich zum Business?" Derartige Fragen musste ich mir immer wieder stellen. Nicht etwa, weil ich schwer von Begriff bin, sondern weil die Szenen - vor allem im Mittelteil - nur so aneinander gereiht werden.
Ermüdend ist auch der sich immer wiederholende Humor, der eigentlich nur aus Vulgärvokabular besteht und schon nach einer halben Stunde nicht mehr als ein müdes Lächeln herauskitzeln kann. Hinzu kommt: Aus der Grundidee des Stoffes hätte eine wirklich rasante Nummer produziert werden können, doch letztendlich passiert im Film herzlich wenig. Die Spannungsmomente sind spärlich gesät. Und wenn dann jemandem etwas passiert - schließlich wird im Film auch geschossen (zumindest ein wenig) - ist es dem Betrachter völlig egal. Sämtliche Figuren kommen höchst unsympathisch daher. Protagonist und Anti-Held Otto beispielsweise ist ein Dummbatz par excellence, frauenfeindlich und misantropisch veranlagt, sodass man seinen Peinigern nicht verübeln kann, dass sie ihn ordentlich in die Mangel nehmen....hinzu gesellt sich eine überschaubare Schar grenzdebiler Figuren, die nur durch Obzönitäten, Drogenkonsum oder Pseudo-Philosophien auffallen. Immerhin: Sicherlich tragen die unterirdischen Leistungen der Darsteller eine Mitschuld an diesem Dilemma.
Ganz so mies, wie der Film in diesem letzten Absatz wegkommen ist, ist er im Endeffekt nicht. Der Showdown passt wunderbar zu den herrlich-grottigen, ersten 10 Minuten - allerdings hätte er gut und gerne 20 Minuten eher eingeleitet werden können. Auch der Soundtrack kann sich hören lassen, mit PunkRock-Urgestein Iggy Pop ist dieser passend und prominent besetzt.
Fazit: Ein spezieller Film für ein spezielles Publikum. Wer auf Trash-Filme steht, findet in "Repo Man" einen Klassiker des Genres. Wer Spannung, Anspruch, schöne Optiken, gute Schauspieler, grandiose Special Effects oder solide Action sehen möchte, sollte einen großen Bogen machen. Mich hat der Film ganze 2,80 Euro gekostet - und das ist "Repo Man" definitv wert: Nicht weniger, aber vor allem nicht mehr...