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Regisseur Genndy Tartakovsky bleibt seiner Linie treu und treibt die turbulente Handlung des nunmehr dritten Teils um Monster und Menschen mit einem irrwitzigen Tempo voran. Dabei werden derart viele Figuren eingebunden, dass viele schlichtweg zu kurz kommen.

Mavis, Tochter von Dracula, dem Hotelbesitzer ordnet für sich und die große Familie Urlaub an. Man landet auf einem Kreuzfahrtschiff in Richtung Bermuda-Dreieck, wo sich Dracula in Kapitänsfrau Ericka verguckt. Er ahnt noch nicht, dass es sich bei ihr um die Ur-Enkelin des Erzfeindes Van Helsing handelt…

Im Grunde checken die Monster aus, um woanders neu einzuchecken. Auch auf hoher See geht es kunterbunt zu, obgleich sich die Liebeskiste auf nur allzu bekannten Pfaden bewegt und eher den Schwachpunkt der Geschichte markiert. Deutlich unterhaltsamer gerät die Angelegenheit, sobald eine Momentaufnahme festgehalten wird. So muss der überdimensional große Hund der jüngsten Sprösslinge getarnt werden, Gelatine-Figur Bobby hat viel mit sich und seinem Innern zu tun und die Werwölfe sind dankbar, dass sie ihre vielzählige Schar im Kinderparadies abgeben können. Und wenn der alte Vlad in Badehose und Faltenbauch die Hexen am Sonnendeck beeindruckt oder ein Skelett den gedeckten Tisch in einem Zug zu Boden befördert, bleibt auch bei den älteren Zuschauern kein Schmunzeln aus.

Animationstechnisch gibt sich die Produktion noch ein wenig ausgefeilter als der bereits gelungene Vorgänger. Speziell die Unterwasseraufnahmen sind recht dynamisch in Szene gesetzt, das Auftauchen von Atlantis gerät durchaus opulent und auch ein chaotischer Flug per „Gremlin Air“ ist mit vielen liebevollen Details gespickt. Einzig einige Gesichtsausdrücke mancher Figuren fallen ein wenig zu glatt oder eindimensional aus, was ausgerechnet auf das vermeintliche Liebespaar zutrifft.

Ansonsten wird erstaunlich viel getanzt, jedoch nicht gesungen, was in einem DJ-Battle zum Finale gipfelt, bei dem die düsteren Sounds deutlich mehr Drive entwickeln. Das Theater um eine Riesenkrake wird jedoch leicht überstrapaziert und am Ende wird alles ein wenig zu moralisch weichgespült, da final gar keine Bösewichte mehr übrig bleiben.

Dennoch ein erneut unterhaltsamer Spaß ohne sonderlichen Anspruch. Die eigentliche Geschichte um Dracula und Ericka hätte definitiv ein paar Ecken und Kanten mehr vertragen können, dafür punkten einige Nebenfiguren wie Stachelmonster mit Problemen beim Tauchgang oder Frankenstein, der beim Pokern seine Hände verliert und diese durch unorthodoxe Pendants ersetzt. Die rund 97 Minuten lassen nicht einen Durchhänger zu, allerdings bleibt dadurch auch kaum Zeit für kleine emotionale Einschübe.
7 von 10

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