Review

Süßestes AlpTraumschiff


Die „Hotel Transylvania“-Reihe erinnert mich immer an eine Mischung aus „Despicable Me“ und den „Munsters“ - was als Kompliment zu verstehen ist. In diesem dritten Teil, mit über 3 Mio. Zuschauern (!) ein waschechter Kinosommerhit hierzulande letztes Jahr, verschlägt es Drac und seine Anhängerschaft auf eine Kreuzfahrt vom Bermudadreieck hin zur versunkenen Stadt Atlantis. Und dabei sprießen plötzlich Urlaubs- und Frühlingsgefühle beim Grafen der Dunkelheit... Adam Sandler hat in diesem Jahrzehnt (leider) keine besseren Filme gemacht als diese putzige Reihe um klassische Monster, die auch nur „Menschen“ sind wie du und ich. Ich glaube, diese Aussage ist keine allzu gewagte, wenn man sich mal beispielsweise seine katastrophalen Netflixergüsse anguckt. Oder besser gesagt angucken muss. „Hotel Transylvanien 3“ ist zum Glück nicht in deren Liga und führt sogar das brauchbare, sehr solide Niveau seiner beiden Vorgänger fort. Was auch im qualitativ hochwertigen Animationsbereich keine Selbstverständlichkeit ist. Ein „Toy Story“ oder „Drachenzähmen leicht gemacht“ wird diese monströse Rasselbande zwar nicht mehr, doch für einen leicht verdaulichen Zwischensnack für die ganze Familie reicht es locker. 

Man weiß mittlerweile, was man von der Reihe erwarten kann - lässige Dancebattles; familiäre, inklusive Vibes; gut gelaunte Hochkaräter im Synchronstudio - und Part 3 treibt all das spielerisch auf die Spitze. Die Summervibes sind jederzeit spürbar - und das, obwohl der Kreuzer auf Grund seiner speziellen Gäste die meiste Zeit nachts unterwegs ist - und nach den 90 Minuten ist die Laune mit Sicherheit besser als vorher. Selbst wenn die Geschichte arg vorhersehbar und generisch daherkommt, entschädigen dafür Eyecandy-Augenblicke zwischen einem Unterwasservulkan und der versunkenen Stadt. In den Details gibt es sicher hübschere Animationsperlen, doch was die Farben und die Settings angeht, kommt man hier dieses Mal voll auf seine Kosten. Fast etwas zu flott werden einem kleinere Gags etlicher Nebenfiguren um die Ohren gehauen, dass sich selbst die Minions warm anziehen müssen was Tempo und Gagdichte angeht. Da zieht natürlich nicht alles und der Ton geht gefühlt immer mehr in Richtung der kleineren Zuschauer - doch es bleiben halt Monster und es ist als Horrorfan schön, den Unsichtbaren oder den Blob mal in einer solchen ausgelassenen, unschuldigen Version und Situation zu sehen. Und spätestens wenn dann der Macarena durch die Boxen brumpft und „das Böse“ damit besiegt oder gar bekehrt wird, dann kann man nicht anders als zu schmunzeln. Simpel aber effektiv. Trashig fast. Wie ein Sommerohrwurm. Und sogar mal mit starkem 3D! 

Fazit: sommerlich, spaßig, hyperaktiv und familienfreundlich - dieser Monstercruiser hat ein großes Herz, viel Sonne und hält das überraschend langlebige Franchise erfolgreich über Wasser. Besser als der letzte „Dispicable Me“... Dieses schwimmende Hotel erfüllt seinen Zweck. Nicht mehr. 

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