Bereits 2015 versuchte sich die Mockbuster-Schmiede „The Asylum“ an einem Pendant zur Actionreihe rund um die Avengers - und scheiterte damit kläglich. Etwa parallel zu „Avengers 3: Infinity War“ starten sie einen weiteren Versuch und betreten damit über weite Teile die Gefilde eines Amateurfilms.
Nachdem Schneewittchen zur Rettung schockgefrostet wurde, darf sie nun unter der Aufsicht von Alice und des Hutmachers wieder aktiv werden. Denn Magda, Herrscherin über Atlantis, will mithilfe eines Ringes von Prinz Charming die ganze Welt regieren. Doch zunächst müssen Schneewittchen, Rotkäppchen und Dornröschen einen Weg aus einer düsteren Zukunftsebene finden, um die unheilvollen Absichten der Intrigantin zu unterbinden…
Was für ein unmotivierter Mummenschanz. Von comichaften Superhelden fehlt hier weit und breit jede Spur und etwas Märchenhaftes findet sich ebenfalls nicht. Denn Schneewittchen trägt Lederjacke, während Dornröschen ein frivoles Top bevorzugt, der Hutmacher ist als Computernerd für halluzinogene Tees zuständig, derweil Rotkäppchen zur Rotkappe mutiert und Rumpelstilzchen als psychotisch veranlagter Doppelagent unterwegs ist.
Schlimmer noch: Den Damen fehlt der notwendige, märchenhafte Anmut. Aufgrund des unvorteilhaften Make-ups und der unpassenden Kleidung sieht das eher nach Straßenstrich aus.
Auch der Rest bietet nichts fürs Auge. Die lieblosen Kulissen sind überaus karg ausgestattet, Szenen im Wald kommen komplett austauschbar daher, zudem taugen aufgeräumte Lagerhallen und sterile Schaltzentralen nicht gerade für ein zauberhaftes Ambiente.
Entsprechend fördert der Kampf zwischen Gut und Böse null Spannung zutage, die wenigen Fights sind katastrophal choreographiert und wurden wahrscheinlich in Zeitlupentempo aufgezeichnet, wobei die Gewalteinlagen an Western der 50er erinnern: Opfer fallen sichtlich getroffen um, bluten jedoch nicht.
Im Gegensatz zum Vorgänger sind Aschenputtel und Rapunzel offenbar anderweitig beschäftigt (die eine packt die Guten ins Töpfchen, die andere widmet sich einer kleinen Haarkur), so dass innerhalb des Heldentrios null Chemie auszumachen ist, zumal es im Verlauf nur selten zu gemeinsamen Szenen kommt. Anberaumte Auflockerungen verpuffen komplett, wobei die teils blamablen Dialoge nur noch von der unmotivierten Synchro unterboten werden.
Für Märchenfans ist das alles recht befremdlich, wenn blaue CGI-Schwaden Szenengänge in die Wege leiten und ein orchestral arrangierter Score unterlegt wird, während nur drei Bratzen lustlos durch minimalistisch anmutende Kulissen latschen. Eine geschrumpfte Alice und eine Eiswand per CGI sind tricktechnisch noch okay, doch allerspätestens beim abgehackt inszenierten Showdown zieht sich der Stoff selbst den Stecker.
2,5 von 10