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Auch wenn es eine weit verbreitete Meinung ist, dass Romero der Erschaffer von Zombiefilmen ist, so trifft dies lediglich auf den so genannten modernen Zombiefilm zu, in dem die Untoten ihre Opfer töten und größtenteils verspeisen. Erste Anzeichen für untote Existenz gab es hingegen bereits in den Zwanzigern, spätestens jedoch mit Victor Halperins „White Zombie“, in dem erstmals von Zombies berichtet wird.

Margret und Neil wollen aufgrund einer Einladung von Graf Baldwin in dessen Schloss in Haiti heiraten, doch Baldwin, der es insgeheim auf die Braut abgesehen hat, will die Trauung verhindern. Er wendet sich am Abend vor der Hochzeit an den dubiosen Dr. Drago (Bela Lugosi), der ihm ein Mittel zur heimlichen Verabreichung auf den Weg gibt. Tatsächlich fällt Margret in eine Art Wachkoma und scheint nicht aufnahmefähig, während Neil und der mit der Zombiethematik vertraute Dr. Bruner einen Weg suchen, Drago das Handwerk zu legen…

Da muss es irgendwann eine neue Vertonung des Werkes gegeben haben, da die deutsche Synchro einige Namen komplett umänderte, einige völlige unpassende Sätze mit Wörtern wie „Arschloch“ einbaute und vor allem in Nebenrollen deutlich laienhaft herüberkommt. Gleiches gilt für den Score, der in den Dreißigern mit Sicherheit noch nicht aus Hüllkurven aus dem Synthesizer bestand, was zuweilen ein wenig trashig anmutet.

Ansonsten lebt die eher dünne Geschichte von seiner Stimmung, etwa, als eine Horde von Zombies Arbeit in einer Zuckermühle verrichtet, während Drago von weitem alles beobachtet.
Auch das riesige Schloss an der Küste vermag von außen und innen zu beeindrucken, - da kommt binnen kurzer Zeit eine angemessene Gotik-Atmosphäre auf.
Die Story hält sich derweil nicht mit unnötigen Elementen auf, obgleich ein paar eher unnötige Szenen wie leichtes Füllmaterial erscheinen, während die Dramaturgie besonders im Mittelteil ein wenig auf der Strecke bleibt.

Doch sobald Lugosi mit seinem bösen Blick in Nahaufnahme erfasst wird oder Zombies als seelenlose Handlanger fungieren, kommt Stimmung auf, was die Kamera fast immer recht gekonnt einfängt. Besonders bei einer Szene in einer Kneipe, als Neil trauert und einige Schatten um ihn herum zu sehen sind, zeichnet sich der Blick fürs Wesentliche aus, der auch zuweilen überraschend kreativ variiert.

Auch wenn das Overacting sämtlicher Mimen offenbar noch ein Relikt aus der Stummfilmzeit darstellt und so manche Gestik komplett neben der Spur ist, so gelingt es Halperin mit schlichten Mitteln eine angenehm gruselige Atmosphäre zu erzeugen, welche zum Showdown ihren Höhepunkt erfährt. Hier sind Zombies noch arg mit Voodoo verbunden, sie beißen nicht, sondern starren teilnahmslos mit weit aufgerissenen Augen ins Leere, doch das wirkt auf seine Art durchaus effektiv.
Zweifelsohne ein bedeutender Vorreiter des Subgenres, wenn aus heutiger Sicht auch leicht minimalistisch und verstaubt wirkend. Für ein Stündchen Gruselstimmung im klassischen Stil sorgt er allemal.
7 von 10

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