Die World Wrestling Entertainment Inc. und ihr Fetisch zu heldenhaften Marines geht in die sechste Runde und setzt das Konzept des Einzelgängers gegen eine Übermacht an Gegnern routiniert fort. Allerdings tauchen ein paar neue Gesichter aus der Riege der WWE auf.
Eigentlich wollten Jake (Mike Mizanin) und Kumpel Luke (Shawn Michaels) nur einen alten Kameraden unterstützen, der in einem verwaisten Fabrikgebäude haust. Als sie aus einem der zahlreichen Räume Hilfeschreie hören, gelingt es den ehemaligen Marines, die entführte Sarah (Louisa Connolly-Burnham) aus den Fängen der Gang um Maddy (Rebecca Quin) zu befreien, was eine gnadenlose Hetzjagd nach sich zieht…
Ein Großteil der Handlung spielt sich auf dem Fabrikgelände ab, was eine leer stehende Brauerei in Oregon markieren soll. Immerhin kommt dabei die Rutsche zu einem Kornspeicher zum Einsatz, was für kurze spannende Einlagen außerhalb des Vorpirschens und Verbarrikadierens sorgt. Ansonsten fallen etwaige Motive allenfalls zweckdienlich aus, da die Bösen finstere Ziele verfolgen, indem die Entführung als Druckmittel gegen ein Jurymitglied während eines Prozesses sorgen soll.
Und Marines haben ohnehin mindestens sieben Leben, was auch hier durch eine unorthodoxe Schusswundenbehandlung untermauert wird. Da könnten beide Arme und Beine ab sein, - die würde man sich noch während des Robbens wieder dran tackern. Folgerichtig sieht sich das Gespann einer bewaffneten Übermacht gegenüber, manchmal werden die Waffen auch vergessen und es kommt zu kurzen Fights. Jene sind okay choreographiert, nur ist die Kamera zuweilen etwas zu nah dran, wodurch das Treiben ein wenig unübersichtlich ausfällt.
Ansonsten geht es durch ein unübersichtliches Stollen-Labyrinth, diverse Türen und Mauern werden eingerissen oder schlicht durchbrochen, es kommt zu einer kleinen Explosion und am Ende geht es an den Docks um die Wurst oder das was davon übrig ist.
Darstellerisch sollte man wie üblich nicht viel erwarten. The Miz bringt eine ordentliche körperliche Präsenz mit und performt fast schon passabel, wogegen Michaels merklich in die Jahre gekommen ist und in einem lustigen T-Shirt schon fast wie ein Hänfling anmutet. Rebecca Quin bringt ebenfalls eine taugliche Präsenz mit und überzeugt mit einigen gelungenen Moves, während am Rande Gestalten wie Terence Maynard oder Dan Styles mit – und aufmischen.
Die Reihe um den kämpferischen Marine mit Hang zum Patriotismus bleibt eine anspruchslose Angelegenheit für ebenso anspruchslose Gemüter. Zwar wird hier recht früh an der Temposchraube gedreht, doch die Locations sorgen für nicht allzu viel Abwechslung und auch die Action bietet kaum spannende Höhepunkte. Nimmt man für rund 85 Minuten kurzweilige Unterhaltung mit, aufgrund der schlichten und leicht redundanten Abläufen bietet er jedoch wenig Erinnerungswürdiges.
Knapp
6 von 10