Review
von Leimbacher-Mario
Eli Roth goes Kids
Der Macher von „Hostel“, „The Green Inferno“ und Co., selbsternannter und glaubhafter Grindhouse-Edelfan, macht einen Light-Grusler zwischen „Harry Potter“, „Goosebumps“ und „Percy Jackson“ - kann das gut gehen? Teilweise erstaunlich ja. Andererseits aber auch oft eher weniger... Die Literaturverfilmung „The House With a Clock In Its Walls“ erzählt von einem kleinen Teenagerjungen, dessen Eltern bei einem Autounfall sterben und der nun bei seinem seltsamen Onkel unterkommt. Dieser entpuppt sich als Hexer und hört dauernd ein Ticken in seinen Wänden, das nicht weniger als das Ende der Zeit ankündigen könnte...
Für wen ist dieser jugendliche Spuk gemacht? Das kann man sich fragen - muss es aber nicht. Denn auch wenn Roth dem ganzen Schabernack etwas mehr Kante verleiht als es der uninformierte Ottonormalkinogänger mit seinen Kids erwarten könnte, bin ich eindeutig der Meinung, dass man auch den Kleineren ruhig mal etwas zumuten und sie an ihre Grenzen führen kann, darf, sollte. Und darüber hinaus geht hier wirklich nichts, da muss man keine Angst haben. Wortwörtlich. Und hatten wir damals von „Jurassic Park“ bis „Beetlejuice“ in unserer Kindheit nicht wesentlich „schlimmere“ Erfahrungen machen dürfen?! Deswegen ist das für mich eher Plus- als Kritikpunkt. Hinzu kommt ein süßer Protagonist samt schöner Chemie, vor allem mit Herr Black, von dem aus immer eine gewisse Energie und Magie entspringt, der hier vollkommen in seinem Element ist. Plus die aussenseiterfreundliche Kernaussage kriegt einen Daumen hoch, auch wenn sie arg simpel ist. Die Story macht bei genauerer Betrachtung wenig Sinn, Frau Blanchett wird noch weniger gefordert und in Sachen Effekte hätte ruhig ein gutes Stück mehr fühlbar und handgemacht sein dürfen. Gerade weil die Epoche der 50er ansonsten ganz gut getroffen wird. Insgesamt bleibt ein brauchbar, ein nett, ein solide. Für Kinder und Anfänger und Familien eventuell etwas mehr.
Fazit: positiv altmodisch, für die Kleinen gruselig genug, hochkarätig besetzt, manchmal charmant und ganz süß - wer hätte das vom alten Gorehund Eli Roth erwartet?! „The House with a Clock In Its Walls“ ist ein leichter, ungefährlicher Oktoberspass für die ganze Familie! Beileibe nicht weltbewegend - aber vielleicht für ein paar U10er die Eintrittskarte in eine ganz neue Welt, in ein sehr tolles Genre... Für den Rest nur Warm-Up. Wenn überhaupt.