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Es ist schon eine Weile her, dass man eine Kinokarte lösen musste, um Bruce Willis auf der Leinwand zu erleben und es dürfte auch noch eine Weile benötigen, bis dies wieder eintritt.
Der einstige Action-Held ist mittlerweile ein Garant für B-Movie-Ware, in der er maximal ein Drittel der Laufzeit zu sehen ist und dies in zumeist gelangweilter Form. Auch Regisseur Brian A. Miller packt Willis eher in Watte.

Bankmanager Jacob (Frank Grillo) ist nach einem Raubüberfall in seiner Bank traumatisiert und versucht mithilfe seines Nachbarn James (Willis), einem Cop im Ruhestand, die wenigen Puzzleteile zusammenzufügen. Als Jacob dem Täter auf die Schliche zu kommen droht, gerät seine Familie (Olivia Culpo, Natalia Sophie Butler) in Gefahr…

Es ist das erste Drehbuch eines gewissen Bryce Hammons, dessen Unerfahrenheit in nahezu jeder dritten Szene durchschimmert. Ist der Banküberfall noch spannend inszeniert und einigermaßen glaubhaft dargestellt, ergibt das Verhalten einiger Figuren wenig bis gar keinen Sinn. Anstatt als ehemaliger Cop aktiv zu werden, leitet er lieber den Zivilisten per Funk an, der bei den ersten Recherchen noch nicht einmal eine Waffe mit sich führt. Bloß nicht den Willis mal ein wenig in Bewegung setzen.

Während der Täter in einer Lagerhalle Vorbereitungen für den nächsten Coup plant, ist das Ermittler-Duo natürlich pfiffiger als ein komplettes FBI-Team, zumal die bestimmt jegliche Hinweise zu einem großen Schloss übersehen haben. Allerdings übersehen die im Kollektiv tatsächlich viel, als der Täter in unmittelbarer Nähe vom Motorrad aufs Auto umsteigt und unbehelligt fliehen kann.

Trotz einiger Unzulänglichkeiten ist immerhin gut Tempo im Spiel und obgleich einige Actionszenen arg verwackelt sind und dadurch Dynamik herausnehmen, kann sich eine Hatz durchs Parkhaus und die finale Konfrontation inmitten Cincinnatis durchaus sehen lassen.
Geprügelt wird sich nur ansatzweise, dafür wird viel geballert, meistens jedoch daneben.
So mangelt es ein wenig an Schauwerten, zumal Olivia Culpo als besorgte Ehefrau und liebevolle Mutter deutlich zu kurz kommt.

Willis schlüpft ein wenig in die Rolle eines Schreibtisch-McLanes, der erst zum Showdown seine Wumme zücken darf und sich ansonsten kein Bein ausreißt. Grillo performt in der Hauptrolle passabel, seiner Figur fehlen jedoch ab und an Motivationen, wodurch einige Handlungsweisen nicht immer ganz nachvollziehbar sind.

Am Ende verläuft das Katz- und Maus Spiel in vorhersehbaren Bahnen relativ überraschungsfrei ab, Logiklöcher und Unwahrscheinlichkeiten inklusive. Bleibt unterm Strich ein Thriller mit einigen Actioneinlagen, der sich grundlegend nicht aus der breiten Masse hervorhebt.
5 von 10

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