Nach einem länger zurückliegenden Streit arbeitet das bekannte Komikerduo Laurel & Hardy in den 1950er Jahren wieder zusammen. Da es mit der Karriere inzwischen nicht mehr so rosig aussieht, gehen sie auf eine Tour über die Bühnen Englands, die allerdings nicht so recht laufen will, was zu Spannungen zwischen den beiden führt.
Gemessen am Bekanntheitsgrad und der historischen Relevanz wirkt die Laufzeit von 98 Minuten recht knapp. Der Film pickt sich daher vornehmlich einen gewissen Zeitabschnitt in den 1950er Jahren heraus und nimmt nur zu Beginn Bezug auf einen Vorfall 1937, der zur Trennung des Duos führte.
Insgesamt ist Jon Bairds Film gefällig inszeniert, aber auch ohne Ecken und Kanten. Ein bisschen Sentimentalität wird hier und da eingestreut, garniert mit einer zeitgenössischen Ausstattung.
Die größten Pluspunkte sind da Steve Coogan und John C. Reilly in den Hauptrollen, die die beiden Komiker kongenial verkörpern. Mimik, Gestik und Timing sind hervorragend einstudiert. Die beiden tragen den Film, müssen dies aber logischerweise auch.
Ich muss zugeben, dass ich den beiden Portraitierten zwar wohlwollend gegenüberstehe, aber nie der größte Fan war. Mir ist da ein Buster Keaton sehr viel näher. Aber man kann den beiden nicht die Bedeutung absprechen, die sie in ihrer Zeit für die Comedyszene insbesondere auf der Leinwand hatten. Da der Film allerdings erst nach ihrer Hochphase spielt, wird dies nicht so richtig greifbar. Eine einfache Texteinblendung reicht da einfach nicht. Hinzu kommen diverse Freiheiten, die sich der Film nimmt (ein Ersatz für Hardy auf der Tour war nie geplant).
Trotzdem bietet das Werk sehr schöne Einzelszenen. Wenn die Außenstehenden einen Streit für eine witzige Einlage halten oder Stan sich gegen Ende im Hotelzimmer um den erkrankten Ollie sorgt. Hier entsteht kurzzeitig ein emotionales Zusammenspiel, was aber zu selten der Fall ist.
Mehr Hommage denn Biographie. Oberflächlich, aber mit zwei tollen Hauptdarstellern bestückt beschert „Stan & Ollie“ eine gute Zeit. Sympathisch und locker, seicht und wenig berührend. Trotzdem nett.