Nicht jeder Mockbuster stammt aus dem Hause Asylum wie der Streifen von Regisseur Ryan Bellgardt untermauert. Die Mischung ist allerdings klar: Dinos treffen auf Kandidaten der Kategorien Panem, Maze Runner, Battle Royale und Running Man, wodurch ein simpler Überlebenskampf ausgelöst wird.
Tucker ist einer von zehn Todeskandidaten, die an der Reality-Show „Jurassic Games“ teilnehmen. Wer sich gegen die übrigen Gewaltverbrecher und die Urzeitviecher durchsetzen kann, gewinnt am Ende als einziger die Freiheit. Während sich die Kandidaten in der virtuellen Welt bis aufs Messer bekriegen, wird das Produktionsstudio von einer Protestgruppe unterwandert…
Wer das Prinzip sich bekämpfender Individuen innerhalb einer Gruppe mit festem Ziel mag, erhält zwar von Beginn an einen temporeichen Reigen, doch an der Charakterisierung der Kandidaten wurde massiv gespart. Dass Tucker zu Unrecht als Mörder verurteilt wurde, macht ihn noch lange nicht zum Helden und während eine junge Bitch zumindest ein paar garstige Momente erhält, können zwei ungleiche Brüder, ein Mafiaboss, ein Kannibale und eine Serienkillerin rein gar kein Potential ausspielen. Im Studio tummeln sich ebenfalls nur Klischeefiguren, wobei der selbstverliebte Moderator für kleinere Schmunzler sorgt.
Auf der Habenseite steht definitiv die Abwechslung: Bildet Ebene eins noch einen recht freien Fight im Wald, um innerhalb einer Stunde die nächste Zone zu erreichen, müssen die verbliebenen Leute im zweiten Teil durch ein Labyrinth hetzen und sich gegen Raptoren behaupten, bevor es auf der dritten Ebene in ein Gebiet mit Tretminen geht.
Die dazugehörigen Dinosaurier sind technisch unterschiedlich ausgestattet: Raptoren, T-Rex und kleinere Erscheinungen wie Libelle sind passabel und überwiegend detailliert gestaltet, ein Säbelzahntiger oder Hunderte von Krabbeltieren fallen demgegenüber deutlich ab.
Auch darstellerisch ist kein einheitliches Niveau vorzufinden und bedauerlicherweise bringt niemand etwas Charisma ein, wodurch sämtliche Beteiligte komplett austauschbar bleiben.
Trashfans erhalten dennoch ein paar unterhaltsame Einlagen, etwa, als jemand sich mit einer Kette gegenüber vier Raptoren zu verteidigen sucht oder als in der Werbepause eine Reklame für Miniaturfiguren der diesjährigen Teilnehmer läuft. Logiklöcher entstehen selbstverständlich ebenfalls. Dies beginnt bereits mit der unglaubwürdigen Umsetzung des Spiels, denn die Kandidaten sind zwar mit einer Brille ausgestattet, jedoch zur Bewegungslosigkeit verdammt, wodurch nur das Spielen per Gedankenkraft als Möglichkeit bleibt.
Insgesamt fallen die Konfrontationen innerhalb der virtuellen Arena recht unterhaltsam aus, doch leider bremsen einige Parts im Studio die Dynamik ab und nehmen zuviel Zeit in Anspruch. Auch der Showdown gerät ein wenig zwiespältig, denn während in der Wüste im Zusammenspiel mit vier scheinbar übermächtigen Gegnern gut Dampf drin ist, werden Aktionen im Studio eher teilnahmslos abgewickelt.
Dennoch könnten Trashfans, - und auch nur für die kommt eine lohnenswerte Sichtung überhaupt in Betracht, ihren partiellen Spaß an dem bewegungsreichen Treiben haben.
Spannende Momente bilden zwar Mangelware und leider nimmt sich der Stoff viel zu ernst, doch animationstechnisch befindet man sich auf einem insgesamt passablen Niveau und für zahlreiche Konfrontationen der eher unblutigen Art wird ebenfalls gesorgt.
5,5 von 10