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"Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen": Magie mit Makeln

„Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen“ ist ein Film voller Ambitionen – visuell beeindruckend, atmosphärisch dicht, aber leider auch erzählerisch überladen. Als zweiter Teil der Fantastic Beasts-Reihe versucht er, die Brücke zwischen eigenständigem Abenteuer und Harry Potter-Prequel zu schlagen – mit gemischtem Erfolg.

Die Stärken des Films liegen vor allem in der Inszenierung: Die detailverliebte Ausstattung, das düstere Paris der 1920er Jahre und die durchweg gelungenen Spezialeffekte schaffen eine eindrucksvolle magische Welt. Auch der Cast – allen voran Eddie Redmayne als schüchtern-charmanter Newt Scamander und Jude Law als junger, geheimnisvoller Albus Dumbledore – liefert solide Leistungen ab.

Doch inhaltlich verzettelt sich der Film. Es gibt zu viele Charaktere, zu viele parallele Handlungsstränge, zu viel Worldbuilding auf einmal. Statt sich auf eine klare Hauptgeschichte zu konzentrieren, wirkt vieles wie ein langes Vorspiel für spätere Filme – was leider zulasten der emotionalen Tiefe und des Erzählflusses geht. Besonders die Enthüllung am Ende über Credence’ wahre Identität sorgt eher für Stirnrunzeln als für Gänsehaut.

Positiv hervorzuheben ist die dunklere, erwachsenere Tonalität im Vergleich zum Vorgänger. Themen wie politische Manipulation, Propaganda und persönliche Opfer verleihen dem Film durchaus Relevanz. Dennoch fehlt das gewisse erzählerische Gleichgewicht, um wirklich zu fesseln.

Der Film ist ein visuell starker, aber überambitionierter Mittelteil, der sein Potenzial nicht voll ausschöpft. Für Fans des Franchise dennoch sehenswert – aber mit klaren Abzügen in der B-Note.

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