iHaveCNit: Die Berufung (2019)
14.03.2019
Passend zum internationalen Frauentag am 08.03.2019 kam neben Marvels erstem Solofilm einer Superheldin ein filmisches Portrait einer echten Superheldin. Die Rede ist von Ruth Bader Ginsburg, die als Kämpferin für Gleichberechtigung und Frauenrechte und in ihrer Funktion als Juristin 1993 einen Platz im Supreme Court der USA erhalten hat. Der Film von Mimi Leder ist mit Felicity Jones, Armie Hammer, Justin Theroux und einigen anderen prominent besetzt und ist ein interessantes filmisches Portrait von Ginsburg und eine Mischung aus Biopic und Justizfilm.
Ruth Bader Ginsburg studiert wie ihr Mann Jura in Harvard doch sie muss erkennen, dass sie es in den 50ern damit alles andere als leicht hat. Selbst als Sie mit ihrem Mann Martin nach New York zieht und nach dem Abschluss ihres Studiums als Jahrgangsbeste einen Job als Anwältin sucht, wird ihr der Job aufgrund ihres Geschlechts verwehrt, so dass sie als Professorin arbeitet, bis ihr Mann einen interessanten Steuerrechtsfall ans Land gezogen hat, der ein Schlüssel im Kampf für Gleichberechtigung sein und das Land für immer verändern kann.
Der Film ist bereits wie eingangs erwähnt eine interessante Mischung aus Biopic und Justizfilm und ein interessantes Portrait über Ruth Bader Ginsburg und ihr Werk geworden. Der Film hätte in seinem Kern eine sehr trockene Angelegenheit werden können, ist es aber zum Glück nicht geworden. Klar kann er sich nicht ganz aus seinem engen Korsett einer Biografie und Gerichtsfilm befreien. Aber die Schauspieler leisten einen wunderbaren Job. Felicity Jones schafft ein sehr nuanciertes und subtiles Schauspiel in der Rolle von Ginsburg und damit der Film nicht zu trocken wird, ist ein Armie Hammer als Ginsburgs Mann Martin sehr charmant und auch Justin Theroux in seiner Rolle etwas überdreht, was dem Film sehr zugute kommt. Die Message des Films ist sehr engagiert und wichtig, aber so manchmal schafft es der Film nicht, genau diese Message entsprechend subtil zu vermitteln und so wird einem das Thema stellenweise sehr plakativ unter die Nase gerieben. Wobei ich das Thema weniger als Gewinn für Frauenrechte, sondern für allgemeine Gleichberechtigung sehe, da es im Kern nicht nur um Frauenrechte, sondern auch um Männerrechte geht, die man bei all dem Kampf für Frauenrechte auch nicht aus den Augen verlieren sollte.
„Die Berufung“ - My First Look – 8/10 Punkte.