Review

Einen mitreißenden Film über Hooligans hat die Filmwelt seit einiger Zeit schon nicht mehr gesehen, vor allem aus Großbritannien kamen in den vergangenen Jahren einige Gurken.
Auch jemand, der das Thema hinsichtlich der völlig anderen Aufmachung komplett verfehlt, ist Steven M. Smith, denn mit Idioten, die andere Idioten verprügeln hat man es hier allenfalls am Rande zu tun.

Tony (Jon-Paul Gates) leidet seit zehn Monaten an den Folgen eines Schlages auf den Kopf. Sein Erinnerungsvermögen lässt nach, doch mittlerweile nähern sich ehemalige Ultras dem einst so zankfreudigen Mann wieder an, um ihn für die anstehende Auseinandersetzung mit russischen Ultras zu involvieren, während Tony versucht, den Schläger ausfindig zu machen…

Die Handlung bietet mehr Drama denn Action oder Thriller, was angesichts mieser Darsteller und ebenso schlechtem Handwerk beinahe eine Höchststrafe für den Betrachter darstellt.
Hauptdarsteller Gates hat die Ausstrahlung eines aufgeweichten Toasts und findet kaum die passende Mimik. Mit etwas fundiertem Hintergrund in Sachen degenerativer Hirnkrankheit hätte es zumindest noch ein emotionales Drama werden können, doch Tony hat lediglich ein Problem mit geputzten oder ungeputzten Zähnen, erkundigt sich täglich nach dem Schulbesuch der Tochter, trinkt Tee und isst Sandwich, während um ihn herum langweilige Figuren viele belanglose Aktionen in die Wege leiten.

Nun könnte man bei der Suche nach dem einstigen Übeltäter ein wenig Spannung generieren, doch dies geschieht genauso wenig wie beim Aufeinandertreffen der Ultras. Denn hier geht es über einige Runden Poker zu einem Boxkampf auf kleiner Bühne, der in Sachen Choreo arg zu wünschen übrig lässt. Action deutet sich lediglich einmal an, als verfeindete Gruppen soeben aufeinander losgehen, was jedoch durch die Intervention der Polizei nach wenigen Momenten beendet ist.

Passend zur spannungsfreien Geschichte tendiert die Aufmachung Richtung Anfängerniveau. Die Kamera ist oft unsicher und liefert einige elende Nahaufnahmen, während bei Außenaufnahmen grundlegend ein zu intensiver Blaufilter eingesetzt wird, der die Szenerie beinahe unwirklich erscheinen lässt. Hinzu gesellt sich ein billig arrangierter, lieblos komponierter Score und Dialoge, die phasenweise kaum weltfremder ausfallen könnten, was durch einige Pausen und eindimensionalen Formulierungen noch verstärkt wird. Wobei die Synchro auch mal wieder extrem übel ausfällt.

Was den Streifen nicht rettet, jedoch noch geringfügig vorm totalen Mist rettet, ist einerseits ein kleiner Twist in Sachen Erkrankung und eine finale Begegnung, welche ein leidlich versöhnliches Zeichen setzt.
Der Rest ist frei von Action, einer ambitionierten Erzählung, guten Mimen und einem annehmbaren Unterhaltungswert.
2 von 10

Details
Ähnliche Filme