Letztens stöberte ich in der Videothek in dem Verkaufsregal rum und stieß auf "Wes Craven präsentiert Dracula 2: Ascension". Da mir das Original recht gut gefiel und sogar dessen Regisseur Regie führte, dachte ich, dass dieser Film keine schlechte Wahl sein könnte. Und der Preis ging auch in Ordnung. Bald darauf schaute ich mir den Film an und wurde ziemlich enttäuscht.
Bei einer Obduktion einer verbrannten Leiche entecken die Medizinstudenten (u.a. Jason London) schockiert, dass es sich um einen Vampir handelt. Plötzlich meldet sich ein mysteriöser Anrufer und bietet 30 Millionen Dollar für die Leiche von Dracula (Stephen Billington). Sie übergeben ihm eine andere Brandleiche und flüchten mit dem Torso in ein entlegenes Schloss, wo sie die verbrannten Überreste in ein Blutbad tauchen. Der Vampir erstarkt, schlägt um sich, ermordet eine Studentin und ist nur mit UV-Licht zu bändigen. Nach zahlreichen Versuchen mit Vampir- und Menschenblut lüften die Studenten schließlich das dunkle Geheimnis des ewigen Lebens. Völlig fasziniert gelingt es ihnen selbst die Vorzüge des Vampirdaseins anzunehmen...
Mich wunderts kaum, dass Gerard Butler (Die Herrschaft des Feuers) keinen Bock mehr hatte, bei diesem Schrottfilmchen mitzuwirken. Zumal er das Angebot begam, einen Film mit Angelina Jolie zu drehen. Darum muss man sich hier mit einem unbekannten Darsteller namens Stephen Billington (Braveheart) begnügen, der eher wie ein H.P. Baxxter-Double für Arme aussieht und eh die meiste Zeit nur an einem kreuzähnlichen Gestell gefesselt ist. Als Gegenspieler wird uns hier Jason Scott Lee (Timecop 2) präsentiert, der mich irgendwie an Don "The Dragon" Wilson in dem minderwertigen Vampirfilmchen "Blood Hunter" erinnert. Dann ist er auch noch halb Mensch und halb Vampir. Gab es das nicht schonmal mit so einem Daywalker? Einen recht kurzen Cameo-Auftritt hat Roy Scheider (The Punisher). Allerdings reicht dieser Auftritt, um alle anderen Darsteller schauspielerisch zu überbieten. Jason London (Carrie 2) und Craig Sheffer (Kopf über Wasser) als Stephen Hawkins für Arme können daran auch nichts ändern. Den Rest kann man getrost mit ihnen in die Tonne treten.
Die Story klingt eigentlich nicht schlecht, doch wurde mal wieder bei der Umsetzung ziemlicher Bullshit veranstaltet. Die Anfangsszene mit den Zwillingen geht noch in Ordnung und macht Lust auf mehr. Doch was folgt ist eher Frust statt Lust. Dachte ich, dass ich schon alle mittelmäßigen Horrorstreifen mit unterbelichteten sowie unfähigen Figuren inklusive debiler Dialoge gesehen hätte, so wurde ich hier mal wieder negativ überrascht. So ziemlich jede Person ist hier profitgeil, notgeil oder machtgeil. Selbstverständlich muss da zuerst der Quoten-Neger der Versuchen des ewigen Lebens verfallen. Doch das hält für ihn nicht lange an, da unser Pseudo-Blade zur richtigen Zeit aufkreuzt, um dem Spuk ein Ende zu machen. Wie er ans Werk geht ist noch eine der besten Einfälle des Films. Die Sense sieht zwar kacke aus, wird aber effektiv eingesetzt, und die Peitsche ist mal eine gute Alternative zum Silberschwert. Es gibt ein paar harte Szenen, die zwar recht anschaulich sind, den Film jedoch nicht besser machen. Da es es sich hier dann um den Mittelteil einer Trilogie handelt, hat der Film auch ein offenes Ende. Und ich weiß nicht, ob ich mir den dritten Teil unbedingt auch noch antun will.
Hatte "Wes Craven präsentiert Dracula" noch recht gute Einfälle bezüglich Draculas Herkunft (Judas), eine passable Handlung und größtenteils fähige sowie halbwegs bekannte Darsteller (Gerard Butler, Christopher Plummer, Jennifer Esposito), so hat die Fortsetzung nichts davon. Lediglich Roy Scheider kreuzt kurz mal auf und die Idee mit dem Knoten und Körnern ist zwar gut gemeint, wirkt aber eher lächerlich. Für mich persönlich bleibt das Original als Einzelfilm bestehen und die Fortsetzung kann man entweder in die Tonne kloppen oder einer verhassten Person zum Geburtstag schenken. Eines muss man Regisseur Patrick Lussier (God's Army 3) lassen: Er weiß, wie man den guten Ruf eines Originals effektiv schänden kann!
Fazit: Der Film war nichtmal annähernd das Geld wert und ich werde versuchen dennoch irgendwie damit Gewinn zu machen. Vielleicht ergibt sich diese Möglichkeit ja mit Ebay oder Amazon.de! Dieser Streifen taugt höchstens, wenn man sich mal eine richtig schlechte Fortsetzung mit gut gemeinten Ansätzen anschauen will.