Ich bin beeindruckt.
Mit diesem Film hat sich die mir sonst so vertraute Theorie NICHT bestätigt, dass eine Fortsetzung immer schlechter sein muss als das „Orginal“…
„Jeepers Creepers 2“ von Victor Salva bietet wesentlich mehr als der erste Teil, auch wenn ich den ersten nicht missen will. In den Bewertungsrichtlinien „von 0 bis 10“ würde ich Part Eins 5 Sterne, Part Zwo 8 Sterne verpassen, und zwar gut begründet:
Kommt es mir nur so vor oder scheint Teil 1 eher ein an manchen Stellen unausgereifter, ja stellenweise sogar mit vielen Längen versehener Experimentierfilm zu sein? Es kommt mir so vor, als sei gleichzeitig das Thema „Zwei Teens auf der Flucht vor einem Monster“ schon zu ausgelatscht zu sein, als biete die gesamte Story zwar gute Ansätze, traut sich aber nicht, etwas „Spezielles“ daraus zu machen. Als Beispiel gilt für mich die Hellseherin, die man wesentlich intensiver in die Story hätte hineinbetten sollen. Auch der Hintergrund der Geschichte des Monsters – das Interessante an dem Film – ist nur beiläufig erwähnt. Dafür ist dieser Teil 1 eher ein typischer Teen-Horror, der genau an dieser Hürde scheitert.
Teil 2 wirkt wesentlich geschlossener und ist – auch im Widerspruch stehend zu anderen Meinungen – ein wesentlich besser und professioneller inszenierter Spielfilm. Von Anfang an bietet der Streifen wesentlich ausgereiftere Charaktere, geschlossenere Storyinhalte und interessantere Ideen.
So ist Teil Zwei widererwartend nicht nur eine billige Abklatsche des ersten Teils. Absolut Richtig! Wir haben schon zu viele „Ich weiss noch immer,…“ in unserer Filmauswahl.
Dafür ist es herrlich anzusehen, wie Salva und Coppolla eine Gruppe Jugendlicher in Hitchcock-Manier in einen Bus setzten, in dem ca. 80% des gesamten Films gespielt wird und der als ein genialer Schachzug des Regisseurs angesehen werden kann: Der Bus als Insel, die Nacht als Meer, dazu der „Weisse Hai“… Tatsächlich scheinen viele Elemente von JAWS in den Film eingeflossen zu sein; von den Spannungen zwischen den Charakteren in dem immer enger zu werden scheinenden Bus bis hin zu dem Vater, der seinen Sohn insoweit rächt, als dass er den „Hai“ mit einer Harpune „an Land ziehen will“. Wer aufpasst, entdeckt tatsächlich mit ein wenig Phantasie ganze Ideenstränge aus JAWS.
Der Film ist um Weiten spannender als Teil Eins, allein mit der Idee der Vogelscheuche hat Salva Kindheitsängste bei mir wieder ins Gedächtnis gerufen.
Auch im Gegensatz zu manchen Meinungen, das Monster würde zu offensiv gezeigt, ist Schwachsinn. Mit der Idee des „Mysteriösen aus der Nacht kommenden und ein paar dumme Teens abschlachtenden Monster-Killers“ ist der heutige Film überschwemmt.
Fazit: Ein wesentlich besserer Streifen als Teil 1, was v.a. an den Ideen liegt, die den ganzen Fortsetzungs-Schrott im Schatten stehen lassen.
Ich kann nur sagen: EINER DER BESSTEN HORRORFILME SEIT LANGEM!