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Überraschend gute Fortsetzung des Non Budget Horrors " Jeepers Creepers " aus dem Jahre 2003. Regisseur Victor Salva war nur wenigen bekannt, er inszenierte schon den Horrorfilm " Clownhouse " im Jahre 1988. Die Story hierzu ist ganz seine Erfindung. Zu beiden Teilen schrieb er die Drehbücher und konnte mit dem Erstling einen großen Erfolg verbuchen. In " Jeepers Creepers 2 " bekam er ein höheres Budget zur Verfügung gestellt, leider ließen die Kinoeinnahmen zu wünschen übrig. Einen dritten Teil wird es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht geben, was ich auch positiv finde. Man muss ja nicht alle Ideen so gnadenlos ausschlachten, wie man es gerade mit " Saw " zelebriert.

Nach einem gewonnenen Tunier ist eine Basketballmannschaft, samt Trainer und Cheerleader mit dem Schulbus unterwegs in Richtung Heimat. Dabei nehmen sie den einsamen Highway 9 und prompt bleibt der Schulbus liegen. Es ist schon dunkel und an eine Weiterfahrt ist nicht zu denken. Kurz darauf werden der Trainer und die Busfahrerin von einem Monster mit Flügeln verschleppt und ermordet. Die Mannschaft ist nun in dem Bus gefangen. An Flucht ist nicht zu denken, denn der Creeper belagert den Bus und hat sich seine Opfer schon ausgesucht. Brutal dezimiert er die Truppe. Die Übrigen müssen noch bis zum Morgengrauen ausharren, da die Jagdzeit des Creepers dann beendet ist. Doch die Nacht ist noch lang.

" Jeden 23. Frühling, darf es für 23 Tage erwachen, um zu fressen ". Mit dieser Zeile wurde der Film damals in den Kinos angepriesen und schon der Trailer machte unheimlich Appetit. Meistens sind Sequels wesentlich schwächer als das Original, doch ich muss zugestehen, dass ich " Jeepers Creepers 2 " sogar noch einen Tick besser finde, als das Original. Regisseur Victor Salva hat doch einiges dazu gelernt, obwohl das Sequel nicht ganz so mysteriös und spannend ausfällt, dafür aber ein wesentlich höheres Tempo vorweisen kann, desto trotz dass das Sequel circa 15 Minuten länger ist, als der Erstling.

Schwächen lassen sich nur am Plot ausmachen. Für den Zuschauer sollte es hier selbstverständlich sein, dass man den ersten Teil kennt. Hier gab es dir Grundinformationen über den Creeper, während man ihn hier nur auf die Jagd schickt. Dazu strotzen die Charaktere vor jeglichen Klischees. Auch legt sich Salva hier keine Helden fest. Der Zuschauer kann nicht definieren, wer am Ende überleben wird. Der Nachteil, welcher sich daraus ergibt ist, dass man keinen Sympathieträger vorweisen kann.
Ausser Ray Wise kann ich auch keinen der Darsteller identifizieren. Salva bediente sich hier bei jungen und recht unbekanntem Gemüse, wobei die darstellerischen Leistungen ziemlich ordentlich sind.

Auch die Kulisse wurde mit Farbfiltern modernisiert. Wir befinden uns hier wieder in der Einöde. Man konzentriert sich hier fast nur auf den liegengebliebenen Bus, welcher bei den Attacken schon eine klaustrophobische Wirkung erzeugt. Man ist in dem Vehikel gefangen, rund herum ist es eben, kein Wald oder sicheres Plätzchen in Sicht. Die Gruppe ist dem Creeper wirklich hilflos ausgeliefert. So kommt es auch zu vielen Attacken. Erst erwischt es den Trainer und die Busfahrerin, welche in Windeseile in luftige Höhen gerissen werden. Andere Opfer dürfen sichtbar und grausamer sterben. So wird ein Kopf abgerissen, ein Anderer zerquetscht, die Opfer werden durch Wurfgeschosse erlegt und verletzt, oder vom Creeper verschleppt. Richtig blutig ist keine der genannten Szenen, aber man hat den Goreanteil gegenüber dem Erstling sichtbar erhöht. Auch der Creeper selbst bekommt hier so einiges ab. Eine Gesichtshälfte wird im abgerissen, er wird überfahren, durchbohrt, erstochen und muss sich sogar einen menschlichen Kopf borgen. Man erfuhr jedoch schon im Erstling, dass der Creeper nicht sterben kann, daher finde ich das Finale, welches auch gleichzeitig als Schlussgag fungiert, sehr gelungen. Das Aussehen des Creepers hat man auch noch verbessert und man darf ihn hier viel deutlicher und öfter sehen. Wiederum weiss man hier gleich, mit was man es zu tun hat, hier lagen nun mal die Stärken des Originals.

Toppt sogar das Original, zwar nicht in Punkto Spannung, dafür aber in fast allen sonstigen Punkten. Für eine Fortsetzung mit solch einfachem Plot, wirklich beachtlich.

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