Review

War Teil eins noch, zumindest eine halbe Stunde lang, ein auf Spannung bauender Schocker, versucht "Jeepers Creepers 2" erst gar nicht ein Horror Film zu sein, sondern beschränkt sich auf nonstop Action und kreischende Teenies. Und wiedererwarten war das wohl das Beste was man machen konnte.

Alle 23 Jahre kommt der Creeper ( eine Art überdimensionale Fledermaus ) aus seinem Loch und frisst für 23 Tage alles was ihm so an Menschen vor die Nase kommt. Dabei hat er es bei seinen Opfern nur auf bestimmte Organe oder Körperteile abgesehen. Nachdem wir in Teil 1 beobachten konnten was in den ersten 21 Tagen geschah, bietet uns Teil 2 die letzten 2 Tage, wobei sich die Haupthandlung ( sofern man sie denn als solche Bezeichnen möchte ) hauptsächlich auf die letzte Nacht konzentriert.
Doch erst mal sieht man wie sich der Creeper auf einer Farm einen kleinen Jungen greift, und diesen vor den Augen seines Vaters und seines Bruders vom Kornfeld abgreift.
Wenig später fährt eine Basketball Mannschaft einer Highschool nach einem erfolgreichen Spiel über eine einsame Landstraße. Nach 2 Platten am Schulbus und dem eher ungewöhnlichen Verschwinden der Lehrer und der Busfahrerin müssen sich die Teenies mit einem scheinbar überlegenen Feind auseinandersetzen.
Dabei stellen sie sich teilweise so herrlich doof an, das man den Eindruck gewinnt, dass Regisseur Victor Salva eher eine Parodie auf das Genre drehen wollte. Die Kids schreien wie blöd, rennen verängstigt durch den Bus und müssen feststellen, das der Creeper doch immer wieder den Ein oder Anderen dran kriegt.
Ab dem Moment wo der Bus liegen bleibt, gibt es eigentlich keine Minute Langeweile. Ein Angriff des Creepers jagt den nächsten, und es ist immer was los. Die Action wird hier ganz eindeutig großgeschrieben und steht eindeutig im Vordergrund. Horror Atmosphäre will dadurch zwar keine Aufkommen, aber man hat den Eindruck, dass das auch nie Salvas Absicht war.
Als dann auch noch der Farmer mit seinem Sohn und einer in McGyver-Art gebauten Harpune auftaucht, ist der Spaßfaktor doch recht hoch.

Mit Teil1 hat das ganze zwar so gut wie nichts mehr zu tun ( wenn man mal von der Figur des Creepers absieht ). Es wird zwar mal im Radio die Höhle des Creepers aus Teil 1 erwähnt, und ein Mädel darf in einer seltsam unpassenden und absolut unnötigen Traumsequenz vom Hauptdarsteller aus Teil1 gewarnt werden, was aber nichts daran ändert, das man wieder nichts über den Creeper erfährt.

Brutal geht es eigentlich nicht wirklich zu, da sich so gut wie alle blutigen Effekte als relativ lächerlich entpuppen. Besonders witzig ist dabei sicher der Kopflose Teeny, der erst mal noch ne weile durch den Bus torkelt. Auch die anderen Effekte wirken eher billig und unterstreichen den Trash-Charakter des Films.

Schauspieler kann man eigentlich auch keine herausheben. Es gibt keine richtige Bezugsperson, und da man eh immer alle im Kollektiv davonrennt oder schreit ist das ganze auch nicht wirklich wichtig. Mitgefühl oder gar mitleid hat man mit keinem der Opfer, man bedauert eher noch den Creeper, der sich mit den schreienden Kids rumschlagen muss.

Mit Sicherheit kein Meilenstein, aber doch solide Horror-Action, bei welcher der Schwerpunkt eindeutig auf Action liegt. Wer sich mal wieder anspruchslos amüsieren will und auch nichts gegen ein wenig Trash hat, dem kann man den Film nur empfehlen. 6 von 10 Punkten.

Details
Ähnliche Filme