Für Klaustrophobiker kann es verdammt unangenehm werden, wenn sich der Großteil einer Handlung auf sehr engem Raum abspielt, weil etwa Leute im Lift feststecken („Abwärts“), im Auto festklemmen („Curve“), oder sich verstecken müssen („Panic Room“).
Ein grundlegendes Problem bei solch einer Ausgangslage: Es muss für genügend Abwechslung und Spannung gesorgt werden, damit die Chose nicht zu eindimensional abläuft.
Eine kleine Gruppe von Söldnern rund um Reeves (Rupert Evans) hat zwei Gefangene im Schlepptau und verbarrikadiert sich zum Schutz vor Angreifern im Innern eines Panzers. Doch nach kurzer Zeit wird der Ausgang blockiert, das Wasser wird knapp und die Nerven liegen blank…
Immerhin dauert es eine Weile, bis der Trupp im Panzer landet, wo sich der wesentliche Teil der Handlung abspielt. Zuvor werden auf einer verwaisten Farm Tote in einer Scheune gefunden, jemand muss zurückgelassen werden und eine hysterische Zivilistin wird kurzerhand mitgenommen. Im Innern des unfreiwilligen Gefängnisses offenbart sich schließlich, wer die Nerven behält, wer rasch zu Panikattacken neigt oder sich mit Kritzeleien in einem Büchlein abzulenken versucht.
Ein deutlicher Sympathieträger findet sich nur bedingt mit einer Militärärztin und Evans, der zumindest anderen unterstützend zur Seite steht. Ein wenig creepy gestaltet es sich, als offenbar mehrere Leute das Fahrzeug von außen abklappern oder eine Gestalt durch ein Guckloch wahrnehmbar wird. Ansonsten gehören leichte Streitereien genauso zur Tagesordnung wie das Verabreichen von Sedativa oder den Versuchen, die Kiste wieder zum Laufen zu bringen. Ein wenig ominös erscheint indes der Fund einer orangefarbenen, pulvrigen Substanz, dessen Wirkung bis zuletzt nebulös erscheint.
Ohnehin liegt hier der große Knackpunkt, denn vieles wird allenfalls angedeutet, doch nichts wird genauer durchleuchtet, wodurch im Endeffekt die Imagination des Betrachters gefragt ist.
Dies untermauert letztlich auch die Auflösung, welche direkt zwei oder mehr Interpretationsmöglichkeiten zulässt und somit nicht gerade einer abgerundeten Geschichte entspricht.
Auf atmosphärischer Ebene überzeugt die beklemmende Grundstimmung, die mithilfe des spärlich eingesetzten Scores und den trüben, kontrastarmen Farben untermauert wird. Darstellerisch wird solides Niveau dargeboten und auch die Kamera arbeitet passabel. Die Ausstattung fällt zweckdienlich aus, wobei die Umgebungen eher austauschbar erscheinen.
Für optische Spielereien sorgen ein paar visualisierte Alpträume, die im Nachhinein auch anders gedeutet werden könnten.
Der titelgebende „Tank 432“ entpuppt sich als leidlich spannendes Kammerspiel, dem es an einer durchdachten Story mangelt. Die Charaktere laden kaum zum Mitfiebern ein, zumal die Hintergründe zu vage ausfallen und der Ausgang unterstreicht, dass es hier offenbar nicht viel mehr als eine Grundidee gab, welche unzureichend ausgearbeitet wurde.
4 von 10