Review

Staffel 2


Is This The Real Life? Is This Just Fantasy?

Im zweiten (und leider letzten) Jahr von „The Hollow“ erwacht unser Trio erneut in der Spielewelt - doch dieses Mal fehlen erstens keine Erinnerungen und zweitens ist alles etwas anders, deutlich persönlicher und... verbuggter?! Nun gilt es ein weiteres Mal herauszufinden, was hier Phase ist und aus dieser kunterbunten, fantasiereichen Matrix zu entkommen... Haben sich die satten zwei Jahre Geduld und das Warten der Fans gelohnt? Oder hätte Netflix sogar noch früher den Stecker ziehen können, hätte es diese Fortführung gar nicht gebraucht? 

„The Hollow“ Staffel 2 fügt sich vom Gefühl und der Atmosphäre ziemlich nahtlos an sein Premierenjahr an. Die guten Synchronsprecher sind zurück, die Figuren fühlen sich (trotz ein paar Offenbarungen) nicht anders an, die Welt ist weiterhin sehr lebendig, bunt und gefährlich. Es gibt auch etliche neue Monster, knifflige Rätsel und witzige Verbündete. Da hat die lange Produktionsdauer absolut nicht geschadet, da haben die kanadischen Schöpfer in Sachen Esprit und Kreativität kaum nachgelassen. Für mich sieht „The Hollow“ optisch sogar noch ein Stück knalliger aus und Highlights wie die weirde Wikingerbraut, eine bunte Welt ohne geradlinige Gravitation („Labyrinth“ lässt grüßen!) oder der wahrhaftige Tod (!) eines beliebten Charakters verleihen diesem Sophomorejahr mehr als nur Daseinsberechtigung und eigenen Charakter. Weitere Daumen hoch bekommen etliche neue Charakterkombinationen (da das gegnerische Team auch wieder mit am Start ist!), deutlich mehr Dunkelheit innerhalb der Figuren und Philosophie rund um diese Scheinwelt und das mögliche (Un)Glück in dieser. Weniger gut finde ich in Staffel 2, dass sich in manchen Phase doch deutlich weg von den gewohnten Gruselfacetten bewegt wird und man einige Figuren und Insider und ganze Nebenstories aus dem Premierenjahr links liegen lässt. Auch Mira kommt meiner Meinung nach zu kurz. Mit dem Ende kann ich aber absolut leben und bin daher nicht ganz so traurig über die (mal wieder sehr zackige und voreilige) Stornierung von Netflix. Selbst wenn es natürlich immer schade ist, wenn Serien nicht das Ende bekommen, das von den Schaffern geplant war und Netflix gnadenlos nur auf Zahlen guckt, nicht auf Potenzial, nahezu nie Geduld zeigt, sodass sich Fans und Zuschauer mit der Zeit versammeln können, sich Mundpropaganda verbreiten kann. „The Hollow“ hat das aber zumindest wie gesagt recht clever, befriedigend und elegant gelöst - bei anderen angeschnittenen Hits wie „Glow“ oder „Everything Sucks!“ wirkt das weitaus erschütternder, unfertiger, mieser. 

Fazit: ein paar Dinge werden nur aufgewärmt, ein paar nette Neuerungen eingebaut, die Figuren gut vertieft und komplexer, reifer gestaltet. Insgesamt ein weiteres cooles Abenteuer für Groß und Klein. Selbst wenn der ganz großen Wow-Effekt fehlt. Inklusive einem versöhnlichen Ende, dass über die etwas frühe und plötzliche Einstellung hinweghelfen kann. „The Hollow“ Staffel 2 ist in genug Facetten eine natürliche Weiterentwicklung und die gesamte Serie (20 Folgen) mag ich! (7/10)

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