Review

Nunsploitation trifft Found Footage


Mysteriöse bis teuflische Nonnen waren die letzten Jahre angesagt, da konnte auch das Found Footage-Subgenre nicht nein sagen und schickt mit „The Devil's Doorway“ seinen auf retro getrimmten Vertreter ins Rennen um die Gunst des Horrorheads - nur um dann schon an seinem eigentlich alles verratenden Titel zu verdeutlichen, was einem hier für eine generische, vorhersehbare 08/15-Brühe vorgesetzt wird... Wir folgen (im Jahr 1960!) zwei Priestern mit Kameraausrüstung, die in ein Kloster/Züchtigungshaus (?) geschickt werden, da dort aus den Augen einer Statue scheinbar Blut tropft - ein Wunder oder geht dort etwas wesentlich Teuflischeres vor?! 

„The Devil's Doorway“ geht nur flotte 76 Minuten, fängt den Stil damaliger Filme und Dokus, der damaligen Zeit allgemein, sehr fein ein (selbst wenn er durch den Bildausschnitt und Tonentscheidungen/-fragen nicht komplett authentisch wirkt) und bietet mit dem älteren Geistlichen auch eine erstaunlich kirchenkritische, authentische und seinen Glauben und seine Religion hinterfragende Figur. Gerade Letzteres, der meterdicke irische Akzent und der raue Look heben den Film in der B-Note dann doch noch etwas von vielen ähnlich gelagerten Werken ab. Wäre da nur nicht die A-Note, sprich die Geschichte und sonstigen Klischees, die dieses schwach getarnte Höllentor unfassbar gelangweilt und achselzuckend herunterspult. Das Ziel ist von Beginn an klar, der Weg dorthin ist mittelmäßig bis mager, mit ein paar schicken Lichtblicken, Momenten und Figureneinstellungen. Es gibt zurecht viele Leute, die dem Subgenre schon längst abgeschworen haben - „The Devil's Doorway“ wird keinen einzigen davon umstimmen. Nur ein Snack für den hohlen Zahn. Im besten Fall. 

Fazit: audiovisuell und atmosphärisch gelungen, der Look von damals wird gut eingefangen und rübergebracht, die Darsteller der Priester sind auch klasse, ihre Figuren erfreulich kritisch der Kirche gegenüber und die knackige Laufzeit überdeckt ein paar Längen. Doch im Endeffekt hat das Ding null bleibenden Effekt und spult ziemlich beliebig seinen Stiefel runter, hat zudem ein unbefriedigendes, plötzliches Ende. Also: nur für schmerzfreiere Found Footage-Fans. 

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