Titel und Cover suggerieren eine eindeutige Tendenz in Richtung Splatter, die der kanadische Filmemacher James Rewucki zu keiner Zeit erfüllt. Eher offenbart sich ein psychedelischer Trip, der in seinen wenigen gelungenen Momenten entfernt an David Lynch erinnert.
Ein Fremder (Tyhr Trubiak) macht in einem kleinen Kaff halt und mietet sich für eine Nacht ein Zimmer in einer billigen Absteige. Doch hier wird er mitten in der Nacht von drei Maskierten unter Drogen gesetzt und zur Jagd freigegeben…
Was das Minimum an Story nahezu komplett vernachlässigt, ist die nachvollziehbare Einbettung in einen Kontext: Wovor ist der Fremde, der im Verlauf Mr. Mouse gerufen wird ursprünglich auf der Flucht? Warum sind manche Dorfbewohner involviert und andere nicht? Und warum wird so ein Zinnober veranstaltet, obgleich es sich die Verfolger viel simpler machen könnten? Kaum eine Frage wird beantwortet, stattdessen häufen sich trotz der simplen Ausgangslage zusehends Logiklöcher.
Denn Mr. Mouse unternimmt erst gar nicht den Versuch, den Ort komplett zu verlassen oder einfach mal in einem der zahlreichen Verstecke zu verharren, um ein wenig zur Ruhe zu kommen. Planlos läuft der von A nach B, von Einheimischen zu einer Kirche, in eine Lagerhalle und durch Hinterhöfe, wobei der Nebel zuweilen so stark ausgeprägt ist, als würde er vor diesem weglaufen. Zumindest generieren einige scheinbar verwaiste Orte bei Nacht und Nebel noch einigermaßen Atmosphäre.
Glücklicherweise wird wenig gesprochen, denn die Synchro macht wenig Freude und die wenigen Sätze ergeben nur bedingt Sinn. Kameratechnisch bevorzugt Rewucki schräge Perspektiven und Weitwinkel, im Fall vom Hauptakteur greift er auf Nahaufnahmen zurück, was nicht gerade der Glaubwürdigkeit dienlich ist, denn Trubiak ist alles andere als ein ausdrucksstarker Darsteller.
Was Gewalt und Folter betrifft, so erhalten Genrefans eine Mogelpackung, denn selbst in Sachen Blutvergießen wird maximal gespart. Es gibt eine Wunde im Brustbereich und ein paar Tritte, während ein Schuss rein gar keine Eintrittswunde offenbart und ein weiteres Ableben direkt ins Off verlagert wird. Eine FSK16 hätte es da auch getan.
Immerhin treibt der Score, der irgendwo an Synthesizer-Highlights der Siebziger und Achtziger angelehnt ist, einigermaßen motiviert vor sich hin und auch die Wahl der Lokalitäten ist passabel. Doch die Pointe der Hatz verpufft spätestens gegen Finale und die an Lynch angelehnte, von selbst tippende Schreibmaschine wird nach dem ersten Drittel komplett vergessen.
Obgleich einigermaßen Bewegung im Spiel ist, fehlen der Jagd auf Dauer einige Schauwerte, die letztlich vielleicht für Abwechslung gesorgt hätten.
Atmosphärisch und optisch nicht schlecht, inhaltlich jedoch äußerst mau und nur in Ansätzen spannend, was selbst mit viel Wohlwollen in Sachen Interpretationsfreiraum ein zu geringes Fundament bietet.
4 von 10