Tempus Perditum
Was auf dem Cover noch nach reinstem Tortureporn ausschaut, tummelt sich in Wahrheit eher in amateurhaften Manhuntgefilden mit psychedelisch-lynchesken Vibes - allerdings alles in dermaßen mies, dass man sich als Filmfan eigentlich weigert solche Vergleiche und Beschreibung zu ziehen... "Tempus Tormentum" erzählt von einem Mann, der in einem abgelegenen US-Kaff ankommt und dort plötzlich von aggressiven Lederfreaks (?!) unter Drogen gesetzt und gejagt wird...
SadoMasoSchnarcho
"Tempus Tormentum" könnten die längsten knapp 80 Minuten gewesen sein, die ich dieses Jahr filmisch ertragen musste. Der Look ist hässlich, die Ideen sind geklaut, die Ansichten sind fragwürdig. Ein bisschen Props gibt's für seine allgemeine Sprachlosigkeit und Schäbigkeit. Das ist schon ziemlich räudig, schwitzig, umnachtet, dreckig und flach. Bei mir führt das als Gesamtpaket allerdings eher zu Ratlosigkeit und Langeweile. Aber es mag ein paar Leute geben, denen dabei der Puls rast. Die Welt ist einfach zu groß und zu gut bevölkert, um nicht für jeden Scheiß jemanden zu finden. Viele werden's aber nicht sein. Da könnte unser Planet auch 30 Milliarden Einwohner haben. Die Hauptfigur hat die Ausstrahlung eines Taschentuchs. Der Look ist hässlicher als die meisten Urlaubsvideos von jedem von uns heutzutage. Die meisten Kameraeinstellung schreien förmlich: "Ich will's - aber kann's nicht!". Und das Mysterium im Kern, die Fragen von Anfang an, interessieren hier doch ganz schnell keinen Arsch mehr. Das hat weder Sinn noch Verstand, kein Ziel und keine Schwerpunkte, geschweige denn Können. Und eine Identitätskrise obendrauf. Als ob Uwe Boll seinen "The Purge" gedreht hätte. Bahnhofskino von heute, wie es nicht sein sollte. Ganz schwache Vorstellung!
Fazit: zwischen Möchtegern-Arthouse-Hölle, Menschenjagdmisanthrop und Tortureporn-Tragikum... Ein Kackfilm!