Es sollte offensichtlich eine russische Variation von „Midnight Meat Train“ werden, doch die Unerfahrenheit von Regisseur Tikhon Kornev durchzieht den kompletten Stoff und lässt die knapp 80 Minuten Laufzeit deutlich länger erscheinen.
Im Moskauer U-Bahnnetz verschwindet auf sonderbare Weise ein Zug. Nach fünf Tagen begeben sich Artem und Dasha mithilfe eines Tunnelexperten auf die Suche, um ihre Freunde zu finden. Doch in den Gängen lauert etwas Ungeahntes…
Scheinbar verwaiste Anlagen, Geheimgänge, Betonschächte und fahle Lichter erzeugen immerhin eine ungastliche Stimmung, in der zwei Handlungsebenen miteinander verwoben werden. Dies geschieht allerdings so ungelenk, dass diese auf den ersten Blick nicht immer voneinander zu unterscheiden sind. Zudem wird man keiner Figur warm, niemand taugt als Held oder Sympathieträger und obgleich einige Individuen Teile ihrer Lebensgeschichte preisgeben, gestaltet sich nicht nur die erste halbe Stunde recht zäh.
Zwar muss zwischendurch getaucht und einmal reanimiert werden und irgendwann wird das erste Opfer aus dem Bild gezogen, doch Spannung will sich dennoch kaum einstellen.
Als die Bedrohung direkt in Erscheinung tritt, was stark an „Predator“ und weitere, ähnlich kostümierte Kreaturen aus den 80ern erinnert, kommt zumindest etwas mehr Bewegung ins Spiel, es tun sich Parallelen bei den Handlungssträngen auf und final vermag ein Twist gar noch ein wenig zu versöhnen.
Doch gegen die durchweg schwachen Mimen, die vielen unnötigen Dialoge und die wenig fundierten Hintergründe bewirkt dies wenig. Ähnlich verhält es sich mit dem Score, der anfangs mit einer angenehm eingängigen Melodie punktet, nur kommt man zu keiner Zeit über diese hinaus. Auch in Sachen Gewaltdarstellung scheint Zurückhaltung angesagt, - Blut spritzt zuweilen im Off, ein ausgeweidetes Etwas ist zu sehen, doch da Stiche und Hiebe fast durchweg im Halbdunkel stattfinden, ist nichts Explizites auszumachen.
Entsprechend ergeben sich Spannung und Mitfiebern auf Sparflamme, denn woher die Bedrohung kommt und warum sie nicht bereits die Runde gemacht hat, erschließt sich zu keiner Zeit, nur der finale Twist und Teile der Kulisse schüren ein wenig Atmosphäre.
Nicht nur handlungstechnisch weitgehend unterirdisch…
3,5 von 10